Leserbriefe

Das große Schweigen zum Lärmschutzwall

13.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ulrike Mauthe, Köngen. Zum Artikel „Es werden Ängste damit geschürt“ vom 24. Juli. Lärm, Lärmschutz, Lärmschutzwall – drei Begriffe, die die Köngener Bürger mehr und mehr beschäftigen. Als selbsternannter Gutmensch mittendrin der Bürgermeister, leider gefolgt von einigen Gemeinderatsmitgliedern.

Für ihn ist nur ein Lärmschutzwall mit einem Kern aus Bauschutt, Gleisschotter und so weiter die einzig sinnvolle Lärmbekämpfung entlang der A 8 und der B 313. Enthaltene Schwermetalle, Giftstoffe und Ähnliches werden heruntergespielt.

Dass dabei wertvolles Ackerland sowie Streuobstwiesen in einer Größenordnung von neun Hektar geopfert werden? Eher Nebensache. Lebensraum einer reichhaltigen Flora und Fauna, mit streng geschützten Fledermäusen, Zauneidechsen, Feldlerchen, um nur ein paar Beispiele zu nennen? Eine Art Kollateralschaden. Wo bleibt der Aufschrei der Grünen, des Nabu und anderer zu Spenden auffordernden Naturschutzorganisationen?

Mehr und mehr sickert jedoch durch, dass die Lobby hinter diesem Projekt wohl noch eine ganz andere ist: Bauschutt, Gleisschotter und so weiter von S 21 müssen entsorgt werden. Da dieser hoch belastet und somit sehr teuer entsorgt werden müsste und Platz auf Deponien rar ist, schüttet man den ganzen Dreck aufgearbeitet und mit Papieren versehen auf einem neuen Gelände auf. Bedeckt mit einem Samtmantel, der da „Lärmschutz für Bürger“ heißt, wird so einfach eine neue Deponie aufgeschüttet. Schon ist das Problem zu einem großen Teil gelöst.

Um es richtig schmackhaft zu machen, ist das Aufschütten für die Gemeinde kostenlos – dabei sind diese Kosten für die Entsorgerfirma nur ein kleiner Bruchteil der sonst anfallenden Deponiekosten in mehrstelliger Millionenhöhe. Und die Folgekosten zur Instandhaltung, Reparatur und Überwachung, dass nichts von den giftigen Rückständen aus Gleisschotter und anderen Dingen ins Grundwasser gelangt, geht natürlich zu Lasten der Gemeinde.

Laut eigener Aussage des Ingenieurbüros Mörgenthaler, beauftragt von Bürgermeister und Gemeinderat Köngen, gibt es derzeit kein vergleichbares fertiggestelltes Bauwerk. Ein spannendes (Russisch-)Roulette-Spiel für künftige Köngener Generationen. Die Alternative zu einem solchen Wall wären Lärmschutzwände, möglichst einhergehend mit Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Doch Letzteres wird abgelehnt, liegen doch die Dezibelwerte im Schnitt um 10 Dezibel unter dem Wert, der hierfür vom Land als Grenzwert gilt, beziehungsweise sind prozentual zu wenige Bürger vom Lärm der A 8/B 313 direkt betroffen. Diese Aussage stammt aus einem Antwortschreiben von Gisela Splett, Landtagsabgeordnete und Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, auf eine Anfrage der SPD vom 21. Mai. Die ICE-Trasse wird übrigens auch nur ein Haus in Köngen lärmtechnisch mehrbelasten – laut der Antwort dieses Ministeriums auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Andreas Deuschle vom 6. März.

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