Leserbriefe

Das Geschenk: 70 Euro pro Diesel, mehr nicht

05.08.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Kommentar „Im Konsens“ vom 3. August. In seinem Kommentar zum Dieselgipfel schreibt Wolfgang Molitor ganz eindeutig: „Den Autoriesen ist klar gemacht worden, dass sie für die Folgen ihres unverantwortlichen Tuns geradestehen müssen – auch wenn sie im Moment kostengünstig davonkommen“! Kostengünstig bedeutet: 70 Euro pro Diesel! Mehr ist die Gesundheit der Menschen den Autobossen Müller (VW), Krüger (BMW) und Zetsche (Daimler) nicht wert, obwohl sie jedes Jahr persönlich viele Millionen kassieren als angebliche Leistungsträger.

Jetzt endlich wurde die erbärmliche „Leistung“ dieser Manager entlarvt: Die Kunden wurden kartellmäßig betrogen und die Mitarbeiter müssen deswegen um ihre Arbeitsplätze fürchten. Fahrverbote für Diesel? Nach dem ausgewogenen Urteil des Stuttgarter Verwaltungsrichters Wolfgang Kern zu der Klage von Jürgen Resch – Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist ein Ruck durch Deutschlands Politik und Autolandschaft gegangen: Ein „Weiter-so“ kann es nicht geben!

Jahrelang schon hat die Politik mit der CDU-Kanzlerin Merkel an der Spitze und den CSU-Verkehrsministern Ramsauer und Dobrindt die enge Verbundenheit mit der Autoindustrie dazu missbraucht, auch in Brüssel die EU-Abgas-Normen entsprechend zu formulieren. Schon am 15. Oktober 2013 schrieb das „Handelsblatt“ unter der Überschrift „BMW hat Merkel im Sack“– Zitat: „Erst verhindert die Bundesregierung strengere Abgasnormen für Autos, dann wird bekannt, dass BMW-Großaktionäre kurz zuvor der CDU fast 700 000 Euro gespendet haben. Entsprechend laut ist die Empörung jetzt“.

Die maßlose finanzielle Unterstützung der Parteien CDU, FDP, CSU – aber auch SPD und GRÜNE – durch die Autoindustrie ist eine Politikbeeinflussung mit langer Tradition – nur die LINKE trifft es nicht.

Auch auf dem Dieselgipfel am 2. August 2017 hat die Politik Probleme gehabt, sich gegen die Macht der Freunde in den Konzernen zu behaupten, wie die mühsamen Erklärungen bei der Pressekonferenz mit Hendricks, Dobrindt, Seehofer, Kretschmann und Weil zeigten.

Stuttgart wird wohl noch länger die Feinstaub-Hauptstadt bleiben, wenn es keinen Politikwechsel gibt und das „unverantwortliche Tun“ (siehe Kommentar Molitor) tatsächlich beendet wird.

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