Leserbriefe

Das geht keinen Pfarrer was an

08.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nein zu Homo-Ehe-Segnung – Bischof July ist enttäuscht“ vom 30. November. Unser Landesbischof Frank Otfried July ist bestimmt ein bibelfester Mann. Deshalb hat er die am 29. November getroffene Entscheidung der Landessynode, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in der Landeskirche Württemberg nicht zu erlauben, bedauert. Das ist um so unverständlicher, weil homosexuell lebende Pfarrerinnen und Pfarrer im jeweiligen Pfarrhaus wohnen können. Eine Mehrheit der Gemeindeglieder nimmt daran keinen Anstoß.

Ich schließe mich dem Bedauern des Landesbischofs an. Was ist denn eine Ehe? Sie ist ein Lebensbund zweier Menschen. Auch zwei Männer oder zwei Frauen können beschließen aus Liebe zueinander lebenslang zusammenzubleiben. Warum sollte dieser Entschluss nicht gesegnet werden? Diese Menschen wollen in Liebe und Treue sich gegenseitig begleiten und einander helfen. Gegen einen solchen Entschluss findet sich in der Bibel kein Wort. Wäre das der Fall, wüsste das der Landesbischof.

Die Gegner der Segnung führen theologisch gesehen bloße Scheinargumente ins Feld, um ihre Vorurteile zu untermauern. Sie vergessen, was eine Segnung ist. Wir Menschen können nur um den Segen bitten. Segnen kann Gott allein. Ihm müssen wir es überlassen, ob er die Segensbitte annimmt. Es steht keinem Pfarrer zu zu bestimmen, welcher Lebensbund mit oder ohne Segensbitte geschlossen werden darf. Von den Segensgegnern wird häufig auch argumentiert, nach Gottes Willen sei nur zwischen Mann und Frau Sex erlaubt. Was Gott erlaubt in dieser Hinsicht, sagt ihnen die Bibel auch nicht. Von Jesus findet sich kein Wort dazu. Und wie zwei Menschen ihr gemeinsames Leben gestalten, mit oder ohne Sex, geht ganz bestimmt keinen Pfarrer an, schon gar nicht die, die sich zu Herren über den Gott allein zustehenden Segen machen.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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