Leserbriefe

Daran haben sich die Moslems zu halten

01.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Yunus Baslig, Nürtingen. Zum Leserbrief „Das Mitgefühl hat Vorrang vor Tradition“ vom 23. November. Warum wird Tradition mit Religion verwechselt? Die Tradition im Islam ist die Überlieferung von Handlungen, Lehren und Bräuchen, vom Propheten Muhammed. Jedoch ist der Verzehr von Tieren im Kuran (Die Worte des Schöpfers) deutlich beschrieben, das heißt die Art und Weise, wie das Tier erlegt beziehungsweise nicht erlegt werden soll. Wie können wir nun, als gläubige Moslems, von dieser Offenbarung abkommen? Dies ist Gesetz im Islam, daran haben sich Moslems zu halten.

Das ist Fakt: Sure Maide Vers 3. Frau Steckroth, es gibt keine humane Art, Tiere zu töten. Die lange Zeit, die es braucht, um das zu schlachtende Tier durch Metallgehege zu schleusen, es zu betäuben und dann durch Strom oder einen Schussapparat zu erlegen, kann nun wirklich nicht „humaner“ für das Tier sein. Da hat jedes halbwegs normal empfindende Tier ja schon vorher panische Angstzustände, gar Schmerzen. Blut ist Kulturmedium für Mikroorganismen (Keime, Bakterien), davor uns der alles Bestimmende behüten will.

Dass man die Türkei als islamisches Land bezeichnet, ist falsch. Die Türkei ist ein laizistischer Staat. Dass die Bevölkerung überwiegend muslimisch ist, hat keinen Einfluss darauf (klar zu sehen an der Rechts- und Staatsordnung, oder?). Dass sich angeblich die Türkei für ein Verbot zum betäubungslosen Schlachten ausgesprochen hat, ist mir neu und wenn auch, wäre dies ein weiteres Kriterium für die Einhaltung von EU-Richtlinien, zum Beitritt in die EU. Wir leben hier in Deutschland! Hier herrscht Religionsfreiheit nach Artikel 4 Grundgesetz.

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