Leserbriefe

Bürgerorientierung in Nürtingen

26.04.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Leserbrief „Städtebauliche Chance vertan“ vom 24. April. Schon vor meiner Zeit im Nürtinger Gemeinderat hat die Fraktion Nürtinger Liste/Grüne versucht, das entlang des Neckars frei werdende Gelände Namens „Wörthareal“ der Allgemeinheit zu bewahren. Der Leitsatz „Bürgerpark statt Wohnpark“ hat aber kein Gehör gefunden. Auch die unablässige Forderung, auf Bürgerbeteiligung auch Bürgergehör folgen zu lassen, hat weder bei Verwaltung noch im Gemeinderat eine Mehrheit gefunden. Dennoch ist „Nürtingen – die grüne Stadt am Neckar“ als erstes Ziel aus der Integrierten Stadtentwicklung hervorgegangen: Wunsch der Bürgerschaft!

Raimund Braun schreibt dazu in seinem Leserbrief: „ . . . das Verfahren war den Fraktionen bekannt und hätte früher in Frage gestellt werden müssen.“ Nun, das hat die Fraktion Nürtinger Liste/Grüne immer getan und tut es bis heute. Sei es in der Frage der zwei- oder besser einzeiligen Bebauung des Wörth-Areals, sei es gegen die Art und Weise, wie die Bürger der Stadt, die anders denken als der Oberbürgermeister, gewöhnlich trickreich ausmanövriert werden. Und – falls das nicht klappt – kurzerhand zu Gegnern erklärt werden, denen unterstellt wird, nicht das Wohl der Stadt im Auge zu haben. Die Kraft der Bürgerschaft hat sich seit 2008 in zwei großen Unterschriftsaktionen artikuliert. Einmal 3500 Unterschriften gegen die Auslieferung des Großen Forst an eine Heuschrecke, das andere Mal 3000 gegen die massive Wörth-Bebauung. Beides ist missachtet, im Falle des Großen Forst sogar verhöhnt worden.

Man kann das Wohl einer Stadt nicht ärger missachten, als die Vielfalt ihrer bürgerschaftlichen Vernunft und sachkundiger Ideen auseinanderzudividieren und an den Pranger zu stellen. Betrüblich, dass dies gerade in Nürtingen immer wieder passiert. Die Bürger dieser Stadt, deren Fürsten sich seit vielen Jahren als die größten Bürgerorientierer der Bundesrepublik feiern lassen, haben Besseres verdient, als sich permanent in einem Varieté der Tricks und Heimlichkeiten vorführen zu lassen. Wie lange noch?

Leserbriefe

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