Leserbriefe

Bürgerbeteiligung geht anders

27.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Achim Fischer, Nürtingen. Zum Artikel „OB-Kandidaten: Sachlichkeit war Trumpf“ vom 23. September. Einer der wenigen wichtigen Sätze, die an diesem Abend formuliert wurden, hat erklärt, warum sich Herr Heirich jetzt doch fünf Gegenkandidaten gegenübersieht. In Sachen Bürgerbeteiligung lebt die Stadt leider nur noch von den Preisen der Vergangenheit und hat sich auf diesen Lorbeeren einfach nur ausgeruht, anstatt der erhaltenen Anerkennung gerecht zu werden und sich in diesem Sinne weiterzuentwickeln.

Wenn man sich die Gemeinden im Umland ansieht, haben diese Nürtingen in Sachen Bürgerbeteiligung deutlich überholt, als Beispiel sei hier nur mal Aichtal genannt. Aber wen wundert es, wenn ein OB den Bürgerprotest um den Erhalt des Hölderlinhauses als Bürgerbeteiligung verkaufen will. Wen wundert es, wenn Tausende von Euros ausgegeben werden, um Bürger zu beteiligen, und obwohl das Ergebnis der drei Runden Tische zum Thema Wörth völlig ignoriert wurde, wird dies von Herrn Heirich als Erfolg im Sinne der Bürgerbeteiligung gepriesen.

Wenn man sich das Fazit der letzten Gemeinderatssitzung von einem der Moderatoren der drei Runden Tische ins Gedächtnis ruft, „Der Runde Tisch in Nürtingen ist gescheitert!“, muss man sich fragen, für wie hinterwäldlerisch Herr Heirich die Bürger Nürtingens eigentlich hält? Nürtingen habe viel Nachholbedarf in Sachen Bürgerbeteiligung, so Herr Heirich. Dem kann man nur uneingeschränkt zustimmen und sich dann verwundert die Frage stellen, warum er die letzten acht Jahre diesbezüglich ungenutzt verstreichen ließ. Es bedarf wohl einer Wahl, um solche Lippenbekenntnisse unseres OBs hervorzubringen.

Und wie um diese Tatsachen zu untermauern, liegen in Nürtingens Läden Einladungen der Stadt Nürtingen zum Thema „Gestaltung öffentlicher Räume“ aus. Es wird zur Bürgerbeteiligung eingeladen. Leider aber ohne aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben, denn wie schon beim Thema Wörth wurden auch hier erst Entwürfe für das Gesamtkonzept erstellt, bevor die Bürger beteiligt werden. Die richtige Reihenfolge für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung geht anders: Erst die Bürger beteiligen und dann Konzepte und Entwürfe ausarbeiten, nicht umgekehrt!

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