Leserbriefe

Bürgerbeteiligung fällt nicht vom Himmel

18.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jens-Heiko Adolph, NT-Zizishausen. Beim zweiten Runden Tisch zum Wörth-Areal wurden interessante Skizzen zu alternativen Planungsvarianten vorgestellt. Verschiedene Bürger hatten sich Zeit genommen und Planungsvorschläge eingereicht. Dann eine hervorragende Ausarbeitung einer Studentin des vierten Semesters der Hochschule Nürtingen. Varianten für null Prozent, 20 Prozent, 50 Prozent oder 70 Prozent Bebauung in Verbindung mit attraktiven Freizeitangeboten für Touristen, Familien, junge und ältere Menschen. Es war ein Erwachen, welch interessante Möglichkeiten denkbar wären. Die Abarbeitung dieser Hausaufgabe mit der Hochschule wurde von Vertretern des Forums Wörth – einer offenen Plattform für alle Bürger – übernommen.

Dann der Hochwasserschutz: Der Vortrag des Regierungspräsidiums (RP) war informativ. Doch Knackpunkte zu Hochwasserschutz und deren Kosten blieben unbeantwortet. Hätte man nicht seitens der Stadtverwaltung erwarten dürfen, dass die offenen Fragen im Vorfeld klar erörtert und für die Sitzung detailliert ausgearbeitet werden?

Ein weiterer Punkt die Kalkulationen des Wörth-Areals. Erstmalig zur Sitzung wurden Kosten für jede Variante seitens des Stadtkämmerers vorgestellt. Doch es waren keine Finanzszenarien für verschiedene Dammvarianten ausgearbeitet worden. Auch keine Best-Case-/Worst-Case-Szenarien, um finanzielle Risiken und Chancen sicher zu beurteilen. Die Nachfrage zu konkreten Detailkosten ergab ein Stochern im Nebel. Was folgte, war Kritik. Enttäuschung auf Seiten der Bürger und vermutlich auch auf Seiten der Verwaltung. Der Runde Tisch stellt Entscheidungen kritisch in Frage, benötigt Offenheit für neue Gedanken. Bürgerbeteiligung fällt nicht vom Himmel. Wir wären ja Genies, wenn wir sie in Form des Runden Tisches quasi über Nacht ohne Konflikte umsetzen würden! Also, wir müssen üben – in der Sache und auch im Umgang miteinander.

Natürlich ist nicht zu akzeptieren, dass zum Beispiel wichtige Aufgaben von Privatpersonen in ihrer Freizeit übernommen werden, weil seitens der Verwaltung weder Zeit noch Budget verfügbar gemacht werden. Genauso müssen wir aber auch verstehen lernen, wie eine Verwaltung arbeitet und wie wir konstruktiv mit anpacken und zusammen von beiden Seiten akzeptierte Ergebnisse erzielt werden können.

Wir haben uns auf den Weg gemacht. Ich bin überzeugt, wir werden ein besseres Ergebnis für das Wörth-Areal erzielen.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe