Leserbriefe

Bürger zweiter Klasse?

29.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Krumm, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Keine Chance für die Schrankenöffnung“ vom 24. Oktober. So langsam könnte man die Meinung erlangen, dass wir Anwohner in Neckarhausen gegenüber den restlichen Nürtinger Stadtbewohnern nur noch Bürger zweiter Klasse sind. Da wird die ganze Zeit über die Öffnung dieser Schranke diskutiert, aber wie es uns in Neckarhausen geht, ist dem Rest anscheinend relativ egal. Wir haben jetzt schon seit fast zwei Jahren ständig zu den Stoßzeiten am Morgen und am Abend ein Verkehrsaufkommen, das manch anderer sicherlich so noch nie erlebt hat. Pro Tag quälen sich ja angeblich bis zu 25 000 Fahrzeuge durch Neckarhausen. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele davon sich durch die Wohngebiete am Stau vorbeimogeln möchten.

Das Problem ist nämlich nicht nur die B 297, sondern vor allem die „Ortsansässigen“ (AA, GP, S, RT und so weiter), die hier durch die Nebenstraßen versuchen, dem alltäglichen Stau zu entrinnen. Im Enzenhardt wird gejammert wegen der Kinder und der nette Herr Scholl kommt dann auch noch mit einem Satz daher wie „Menschenleben sind nicht verhandelbar“. Und was ist mit uns? Ich lade gerne sämtliche Gegner dieser Schrankenöffnung und auch die Verantwortlichen der Stadt Nürtingen einmal für einen Tag ein, dieses Theater selbst zu erleben. Es beginnt schon damit, dass man als Anwohner kaum eine Chance hat, aus seiner eigenen Hofeinfahrt auf die Straße hinauszufahren, da sich nämlich fast keiner an die 30er-Zone hält. Wenn ich Herrn Scholl richtig verstanden habe, dann sind also die Schüler, die hier auf dem Schulweg unterwegs sind, obwohl es bei uns in der Straße keinerlei Gehwege gibt und parkende Fahrzeuge auch nicht gerade förderlich zum Verkehrsfluss beitragen, durch den Verkehr weniger gefährdet als im Enzenhardt, oder sehe ich das etwa falsch?

Es muss wie immer erst etwas passieren, bis sich die hohen Herren vielleicht einmal vorab überlegen, was sie da anrichten. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Chaos bald beendet ist und wir wenigstens beim nächsten Mal eine bessere Planung erwarten dürfen.

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