Leserbriefe

Boden und Arbeitsplätze

21.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Bopp, Nürtingen. Bei dem am Donnerstag von der Ökumenischen Hochschulgemeinde Nürtingen veranstalteten Themenabend „Boden als Lebensraum und Nahrungsgrundlage“ wurde von der Referentin viel Wissenswertes über die Entstehung, die Qualität, den Wasserhaushalt und die daraus resultierende Fruchtbarkeit eines Ackerbodens vermittelt. Unter anderem wurde dabei auch die hervorragende Güte des tiefreichenden Lössbodens im Gebiet Großer Forst angesprochen, wobei vermieden wurde, diesen Vortrag zu einer politischen Veranstaltung über das Für und Wider einer Bebauung werden zu lassen.

Dabei vermissten die Zuhörer allerdings die Anwesenheit von Gemeinderätinnen und Gemeinderäten aus den Fraktionen der Boss-Befürworter. Dies wurde sehr bedauert, denn der Vortrag hätte sicher keinem geschadet, auch wenn dadurch kein Umdenken herbeigeführt worden wäre.

Denn wichtiger als guter Ackerboden sind diesen Personen Arbeitsplätze und Gewerbesteuer, wobei in letzter Zeit die Wahrscheinlichkeit auf deren Erhalt stark zurückgegangen ist. Denn die anfangs genannten bis zu 400 Arbeitsplätze werden laut Logistik-Boss Schneider nur im Endausbau des Standorts bei mehrschichtigem Betrieb und einer weiterhin positiven Entwicklung erreicht. Zu den Gewerbesteuereinnahmen sagt OB Heirich selbst, dass er solche erwartet, allerdings auch abhängig vom weiteren wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.

Deshalb wird in den Sitzungen auch nicht viel diskutiert, sondern forsch zur Abstimmung geschritten. Andersdenkende werden untergebügelt, oder sogar, wie der Schwäbische Heimatbund, von des Oberbürgermeisters Beigeordneten Erwerle kurzerhand von einem Gespräch zur Innenstadtentwicklung ausgeladen! Das hätte man sicher eleganter lösen können, aber es ist mal wieder, wie so oft in letzter Zeit, „dumm gelaufen“!

Die Verwaltung und deren Repräsentanten sonnen sich derweil immer noch in der Auszeichnung als bürgerorientierte Stadt aus längst vergangenen Zeiten! So kann man auch Politik machen, angeblich sogar zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger! Die werden sich’s merken!

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