Leserbriefe

Bitte um Ortstermin fand kein Gehör

09.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Harry Nitschko, Wolfschlugen. Zum Artikel „Französisches Kaltblut im Nürtinger Wald“ vom 23. November. Leider ist die beschriebene schöne Idylle, mit der Rückepferde bodenschonend die Bewirtschaftung der Forstflächen übernehmen, längst einer anderen Realität gewichen. Im Normalfall beginnen die Fällarbeiten mit schwergewichtigen, den Boden aufreißenden Kettenraupen, die erst mal neue Zugangswege für Rückegassen plattwalzen und die Wege grob aufschottern. Hier sind beispielsweise im Waldgebiet Sauhag bei Wolfschlugen in den letzten Jahren neue Wirtschaftswege im Wald entstanden, die einer Fläche von mehreren Fußballfeldern entsprechen. Hier scheint der Förster nach Gutsherrenart darüber entscheiden zu können, in welchem Umfang diese baulichen Maßnahmen im Wald durchgeführt werden.

Nachfragen beim Regierungspräsidium und Landratsamt können den Eindruck erwecken, dass die Behörden ein gutes Stück von der Realität entfernt sind. Nach Rückfragen wird zwar bestätigt, dass die Landschaftsschutzgebietsverordnung auch hier im Sauhag es verbietet, die Landschaft zu verunstalten oder die Natur zu schädigen, zudem bedürfe es auch einer Genehmigung des Landratsamtes, neue Wege anzulegen. Diese Regeln finden jedoch keine Anwendung, sofern eine ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung stattfindet.

Eine Überprüfung, ob dem so ist, erfolgt nicht. Einer Bitte um einen Ortstermin wurde nicht entsprochen, man bleibt lieber im warmen Büro oder verweist auf den Förster. Das Waldgebiet Sauhag hat sich in den letzten Jahren sehr zum Nachteil verändert. Parallelwege, Rückegassen, neue geschotterte Wege zerstückeln das Waldgebiet immer mehr. Die gewinnbringenden Stämme werden herausgeholt, die verbleibenden Äste und Zweige der Bäume werden im Wald entsorgt oder an den Spazierwegen extrem störend aufgehäuft.

Es bietet sich wahrlich kein schönes Bild. Es wäre wünschenswert, wenn der Sauhag sich wieder mehr in Richtung Naherholungsgebiet für Bürger entwickeln würde. Im Moment geht es eher in die Richtung gewinnbringender Wirtschaftswald. Vielleicht sehen es andere Erholungssuchende genauso? Eine Diskussion darüber wäre wünschenswert.

Leserbriefe

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