Leserbriefe

Biergarten und Gutsherrenart

05.04.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Kommentar „Hemdärmelig“ vom 3. April. Oft werde ich gefragt, ob ich was gegen Gastronomie hätte. Oder gegen Biergärten, etwa solche am Neckar. Haha, grad ich!

Nix hab ich dagegen, und ich habe auch nichts gegen Klaviere. Wenn sie gestimmt sind. Das Fischtreppen-Areal ist noch nicht gestimmt, nicht mal eingeweiht. Der Rasen ist noch nicht da, und schon will man darauf 500 Leuten einschenken können. Und braucht dazu die komplette Wiesn am Fischtreppenufer.

Gastronomie an Neckars Fischtreppe ist nicht verkehrt. Strittig ist nicht das „Ob“, lediglich das „Wie“ hat ein starkes Fischgeschmäckle. Zuschlag hat nämlich der Wirt bekommen, der seit sechs Jahren schon darauf hinarbeitet. Und vor einem Jahr erst (!) vom OB den Impuls bekam, sich doch mal wieder Gedanken zu machen. Denn da stand noch der Verkaufsbeschluss der Melchior-Fabrik. Und gleich nach dem Gemeinderats-Beschluss vom 21. Januar, noch vor Gemeinderat, FKN, anderen Gastronomen oder gar dem Verwaltungsausschuss, hatte der Wirt einen Lageplan samt ausgewiesener Flächen für Biergartenbetrieb in der Hand.

Das schmälert nicht die Kompetenz des Gastro-Bewerbers. Trübt aber die Transparenz des Verfahrens. Mit einer Ausschreibung im Affentempo als Feigenblatt, der ein Genehmigungsverfahren im Affentempo folgen muss, soll es in vier Wochen über den Neckar schallen „Ozapft is!“. Laut Beschluss sollten die „Möglichkeiten einer Saisongastronomie“ geprüft werden, bevor ein Wirt den Zuschlag bekommt. Denn vor B kommt A. Man hat aber am Dienstag erst mal den Wirt gekürt. Die Standortfragen wurden übergangen. Welch wundersame Wendung! Und die wird zurzeit kleingeredet, weil alle Welt jubelt: Ein Biergarten, ein Biergarten! Wer aber schöpft schon die Suppe aus, bevor der Teller auf dem Tisch steht? Nur wer nasse Hosen will.

Es ist wurscht, wer den Zuschlag erhält. Nobody oder Amigo. Hauptsache einer, der’s kann. Aber zuerst sollte geprüft werden, was geht. Also erst A und dann B. Im Rathaus scheint man aber das Alphabet von hinten her zu buchstabieren. Der siegreiche Gastronom hat dem Verwaltungsausschuss nicht mal seinen Lageplan gezeigt. Er hat erzählt, dass er schon vier Betriebe hat, dass er das alles kann, und dass er sich freut, Partner der FKN zu werden. Das hat gereicht zur Quali. Lehens-Vergabe nach Gutsherrenart.

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