Leserbriefe

Bewusst undeutlich formuliert?

14.11.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Mitsch, Wendlingen. Zum Artikel „Wie viel SED steckt in der Linken?“ vom 4. November. Es steht außer Frage, dass der Bundespräsident Joachim Gauck ein erfahrener und geschulter Redner ist. Er weiß genau, wie er formulieren muss, dass er sich nicht als Dummkopf oder Verleumder angreifbar macht.

Obwohl er nicht als Freund der Linken bekannt ist, wird er sich davor hüten, die Linke direkt als Nachfolgeorganisation der SED zu bezeichnen. Schon gar nicht wird er jetzige Mitglieder der Linken als Beteiligte an Menschenrechtsverletzungen der DDR-Sicherheitsdienste (Staatssicherheitsdienst, Grenztruppen der DDR, Volkspolizei und so weiter) beschuldigen. Er stellte in einem Interview lediglich die Frage, ob sich die Linke „weit genug von der Linie der SED und ihrer Unterdrückungspolitik in der DDR“ entfernt habe.

Damit setzt sich der Herr Bundespräsident selbst dem Verdacht aus, bewusst undeutlich formuliert zu haben, weil er genau weiß, dass er damit bei Teilen der Bevölkerung altbekannte Ressentiments aktiviert. Der Herr Bundespräsident sollte wissen, dass niemand damit gedient ist, wenn wenig Informierte durch ständige Wiederholung der unrichtigen Gleichung „Die Linke gleich SED gleich Stasi“ den inneren Frieden im Lande gefährden. Leider muss befürchtet werden, dass dem Herrn Bundespräsidenten das Gespür für das, was geht und für das, was nicht mehr geht, abhanden gekommen ist. So grenzt es an Geschmacklosigkeit, wenn der „gelernte“ evangelische Pfarrer Gauck am 1. November in einer evangelischen Kirche vor dem Kruzifix und brennenden Kerzen ein Interview zu aktuellen politischen Fragen gibt.

Leserbriefe

Friedens-Nobelpreis gegen Atombomben

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Der Appell“ vom 7. Oktober. Es kommt selten vor, dass ein Kommentar von Wolfgang Molitor in der Nürtinger Zeitung Zustimmung finden kann, aber diesmal hat er mit Recht den Friedensnobelpreis gelobt, den die „Internationale Kampagne zur Abschaffung von…

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