Leserbriefe

Beuren und Flüchtlinge

24.09.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Markus Reutter, Nürtingen. Zum Artikel „Wer ist der Richtige für Beuren“ vom 18. September: Die Kandidaten für das Beurener Bürgermeisteramt, Markus Mitterhofer und Andreas Nuding, betonten neulich, dass sie beide keine Zeltstädte für Flüchtlinge wollen. Von welchem Verfolgungswahn muss jemand getrieben sein, der angesichts von 44 Flüchtlingen Zeltstädte (!) vor Augen hat?

Eine solche Zeltstadt befindet sich im Übrigen auf dem Cannstatter Wasen. Hunderttausende werden zu Gast sein und vortrefflich bewirtet werden. Also: Selbst wenn sich die Zahl der Flüchtlinge, die Beuren erreichen werden, verdreifachen sollte, wird allerhöchstens ein Zelt-Shtetl draus, werte Kandidaten!

Daniel Gluiber, weiterer Kandidat und derzeitiger Beurener Kämmerer, betonte die wichtige Rolle der ortsansässigen Vereine bei der Integration von Asylsuchenden, berichtete aber auch von vielen Vereinsvertretern, die einen schwer zu stemmenden Verwaltungsaufwand befürchten. Dazu eine kleine Geschichte, die sich in den neunziger Jahren zugetragen hatte – also zu einer Zeit, als Deutschland und damit auch Beuren schon einmal von einer „Flüchtlingswelle überschwemmt“ worden waren.

Ein junger Flüchtling aus Pakistan scheute damals ebenfalls den hohen Verwaltungsaufwand und wählte deshalb den kurzen Dienstweg. Er schlug kurzerhand beim Probenabend der Blaskapelle auf und zeigte den altgedienten Eingeborenen, was man mit einer Klarinette sonst noch so alles anstellen kann – außer deutschen Marsch und sudetendeutsche Polka. Das gefiel einigen alten Kameraden gar nicht gut, hatten diese sich doch über Jahrzehnte bemüht, ihr Instrument einigermaßen zu beherrschen: „Wo kommen wir denn da hin, wenn jetzt schon Asylanten im Musikerheim auftauchen?!“

Diese infame Aussage blieb damals weitgehend unwidersprochen, der junge Mann wurde im Lettenwäldle nicht wieder gesehen. Dazu passte der Umstand, dass der damalige, bei einigen Beurenern überaus unbeliebte Kaufmann von diesen nicht als solcher bezeichnet wurde, sondern als „der Jud“.

Bleibt zu hoffen, dass diese braune Brut bald ausgestorben sein wird und dass ihre Nachkommen auch endlich damit aufhören werden, im unbeobachteten Moment beim Trällern von Deutschlandliedern mit ausgestreckter Hand ihr dreifaches Heil zu suchen.

Zuletzt noch eine spannende Frage, die zu stellen von Tag zu Tag müßiger wird, die mir aber vielleicht der stellvertretende Beurener Bürgermeister und stellvertretende Vorsitzende der CDU im Neuffener Tal, Bernhard Klass, beantworten kann: Was hat eigentlich das C im Namen dieser Partei zu bedeuten? Dazu ein Wort vom lieben Gott, auf den die Christen doch so sehr vertrauen: „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland.“

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Die Stomleitung in den Boden verlegen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wohnungsbau im Gewann Wasserfall“ vom 13. Juli. „Zur Hochspannungsleitung halten wir dabei gebührend Abstand“, meint Stadtplanerin Schreiber bei der Vorstellung der Wohnbaupläne am Schelmenwasen. Diese Maßeinheit bedarf einer Präzisierung: Was ist…

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