Leserbriefe

Beuren: Stillstand ist Rückschritt

01.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans-Peter Knapp, Beuren-Balzholz. Zum Artikel „Wohnmobilplatz im Kreuzfeuer“ vom 26. Januar. Wie auf dem Präsentierteller liege das Areal des Womo-Stellplatzes und der Standort ist ungünstig. Da bin ich völlig anderer Meinung. Dieser Standort neben Friedhof, Spiel- und Bolzplatz sowie dem Parkplatz für Badegäste ist geradezu prädestiniert und verschandelt, wie den aktuellen Vorabplänen zu entnehmen, keinesfalls die Landschaft. Er ist ein idealer Ausgangspunkt für Thermenbesuch, Rad- und Wandertouren. Diese schöne Aussichtslage steht sehr wohl auch dann immer noch der Bevölkerung zur Verfügung.

Um den Stellplatz herum würden neue Wege entstehen und alte erhalten bleiben, die man auch mit Rollator und Kinderwagen bewältigen kann. Ebenfalls ist es nach wie vor möglich, die schöne Aussicht zur Alb und hinunter ins Neckartal zu genießen. Völlig absurd, einen Stellplatz am Lettenwäldle zu positionieren. Hierfür fehlt mir jegliches Verständnis – 1,6 Kilometer Fußmarsch zur Therme mit Badetasche. Ob nun ein Wohnmobilist die von Promobil statistisch berechneten 150 bis 500 Euro bei einem viertägigen Besuch im Ort liegen lässt, kann man bezweifeln. Fakt ist: Stellplatzgebühren zuzüglich Duschen, Strom, Wasser werden jeden Tag fällig. Dazu ein Brötchenservice. Und lassen wir noch ein paar clevere, ortsansässige Anbieter ihre regionalen Erzeugnisse verkaufen, wie ich das von anderen Premium-Stellplätzen her kenne, dann sind 30 Euro am Tag nicht zu hoch gerechnet. Übrigens ist da noch kein Eintrittsgeld in die Therme oder ein Gastronomiebesuch et cetera mit einbezogen.

Nicht alle Wohnmobilisten sind zu 100 Prozent Selbstversorger und ernähren sich vier Tage hintereinander von Spaghetti oder Dosenwurst aus dem Wohnmobil-Vorratsschrank. Nun muss sich solch ein Stellplatz wirtschaftlich auch rechnen. Dies traue ich unserem Bürgermeister Herrn Gluiber mit seiner Verwaltung sowie dem Gemeinderat durchaus zu. Am Ende wird eine Stellplatzanzahl herauskommen, welche als Minimum erstellt werden muss. Nach meiner Erfahrung mit anderen Stellplätzen, unter anderem an Thermalbädern, haben wir schon oft keinen Stellplatz mehr bekommen. Es empfiehlt sich zu reservieren bei denen, wo dies möglich ist. Den Gegnern sei zum Abschluss noch gesagt. Ein Rückbau oder Umgestaltung ist jederzeit möglich.

Übrigens: Jedes Haus eines Stellplatzgegners oder Naturschützers steht auf einer ehemaligen Streuobstwiese. Auch meines! Wer hätte das gedacht? Mit Verstand und Umsicht mit unserer Natur umgehen und trotzdem gesund expandieren – das sehe ich bei diesem Projekt gegeben. Stillstand ist Rückschritt und das kann sich Beuren meiner Meinung nach definitiv nicht leisten.

Leserbriefe

Nürtingen sollte die Chance nutzen

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Neckarufer-Bebauung auf Eis gelegt“ vom 14. Februar. Mit großer Freude las ich vom Beschluss des Gemeinderats, sich doch wieder auf die Seite der Bürger zu stellen und den Platz auf dem Melchior-Areal bis auf Weiteres so zu belassen. Investoren sind eben…

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