Leserbriefe

Beschallung als Therapiekonzept?

03.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lidwina Vandromme-Heister, Nürtingen. Als Kundin, die seit vier Jahren eine Gesundheitseinrichtung nutzte, musste ich feststellen, dass deren Anspruch, Zitat: „Wir verstehen uns nicht als Bäderbetrieb, sondern bieten unseren Kunden und Patienten hochwertige therapeutische und präventive Dienstleistungen an“, so nicht zutreffend ist.

Seit einiger Zeit läuft im Trainingsbereich auch gegen den ausgesprochenen Willen der meist älteren Kunden am Vormittag ein Kofferradio mit SWR 3 beziehungsweise Antenne 1; das heißt, man wird „zwangsbeschallt“. Eine Initiative meinerseits, das Radio nur während meines Trainings und nach Absprache mit den anderen Tainierenden abzustellen, wurde mit dem Kommentar von zwei jungen Angestellten „aber ich möchte das“ und „im Supermarkt haben Sie auch Musik“ abgeschmettert. Nach telefonischer Rücksprache mit dem Geschäftsführer teilte dieser mir mit, dass das eingeschaltete Radio mit zum Therapiekonzept gehört. Es diene einem besseren Therapieergebnis.

Wo überall noch muss ich mich einer ungewollten Beschallung aussetzen: Im Kaufhaus, im Supermarkt, in Therapiezentren, im Zug bei Handygesprächen et cetera. Wo bleibt in unserer hektischen und lauten Zeit die Möglichkeit für Entspannung und Ruhe, wenn nicht einmal in Gesundheitszentren mit qualitativ hochwertigem Dienstleistungsanspruch?

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