Leserbriefe

Beide hätten besser geschwiegen

12.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marco Beck, Neuffen. Zu den Leserbriefen „S 21: Erst informieren, dann abstimmen“ und „Die Täuschung mit Ausstiegskosten“ vom 8. November. Herr Klein ruft in seinem Leserbrief dazu auf, sich vor der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 erst zu informieren und dann abzustimmen. Man solle nicht den Wahlplakaten glauben.

Dann jedoch sitzt er selber auf. In Wahrheit ging es Herrn Klein nicht um Objektivität, sondern darum, den Schadensersatz, den Baden-Württemberg bei einem möglichen Vertragsbruch zu zahlen hätte, geringzurechnen. Nicht, wie im Schlichtungsverfahren von drei unterschiedlichen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften errechnet, um 1,5 Milliarden Euro, sondern lediglich um 350 Millionen Euro. Frau Flügel schreibt in ihrem Leserbrief vom selben Tag gar von einem „seriösen“ Gutachten.

Beide hätten besser geschwiegen. Denn auf Seite 1 derselben Ausgabe konnten wir lesen, dass der baden-württembergische Justizminister Stickelberger den Verkehrsminister Hermann dringendst gebeten hat, diese Zahl nicht mehr zu nennen. Sie sei „äußerst zweifelhaft“. Vielmehr warte auf das Land beim Vertragsbruch ein „erhebliches Haftungsrisiko“, aus der sogar eine „unbegrenzte Haftung“ des Landes erwachsen könne.

Also schließe ich daraus: die von den Ausstiegsgegnern genannte Summe von 1,5 Milliarden Euro kommt der Wahrheit nahe, die von den S21-Gegnern genannte Summe von 350 Millionen Euro dagegen nicht.

Richtig: erst informieren, dann abstimmen!

Leserbriefe

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