Leserbriefe

Beamten-Mikado in Vollendung

18.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Egon Eigenthaler, Nürtingen, REP-Stadtrat. Zum Artikel „S-21-Gegner und Befürworter kommen auf jeweils 43 Prozent“ vom 7. Dezember und „Nachhilfestunden für Lehrer gefordert“ vom 8. Dezember. Zur S-21-Schlichtung prangt uns ein vierspaltiges Foto entgegen, mit der Bildunterschrift: „Klarer Sieger der Schlichtung war der Schlichter selbst . . .“ und eine Umfrage von der Uni Hohenheim belegt, dass die Schlichtung dem Projekt eher genutzt hat. Das freut viele Leser und sie danken es dem betagten Politiker, Heiner Geißler, dessen markanter Hinterkopf das dpa-Foto ziert, das sicher nicht nur mir irgendwie bekannt vorkam. Ein kurzes Zurückblättern in meiner S-21-Berichtsammlung bestätigte meine Vermutung: Genau vor einer Woche dasselbe Foto am 30. November über dem Titel: „Die Projektgegner fordern weiterhin den Baustopp.“ Kein Pixel anders, jeder Kopf auf der gleichen Schulter, jede Hand am gleichen Kinn. Nicht einmal ein Ordner war verrückt oder eine Kaffeetasse geleert, auf dem zweiten Bild. Absicht oder Versehen? Beamten-Mikado in Vollendung. Keiner hat sich bewegt, weder Gegner noch Befürworter.

Denn jeder Beamte kennt die Spielregel und die Schulmeister am allerbesten: Wer sich zuerst bewegt, der scheidet aus. Es sitzen derer viele in den ersten Reihen der Kommunal-, Regional- und Landesparlamente. Viel zu viel, wie ich meine, aktive, mit Teildeputaten oder vielmehr inaktive Schulmeister und Schulmeisterinnen, die anstatt in Klassenzimmern zu lehren und auf Seminaren zu lernen, sich in politischen Gremien und Foren auf Kosten der Steuerzahler selbst verwirklichen und ihr Ego wie ihre Klientel als Kontrollorgan in eigener Sache pflegen und bedienen. Leider war es schon immer so, in jedem System, dass der Staat seine Kontrollorgane aus den eigenen Reihen bevorzugt und seinen Beamten den Sprung in die Parlamente durch Dauerfreistellung, Pensions- und Jobsicherung sehr erleichtert hat.

Wenn die Kultusministerin jetzt mehr Geld für Leseförderung und der Pisa-Koordinator bessere Lehrerausbildung fordert, dann sind das gute Vorsätze, die nur wenig bringen, solange sich die besser ausgebildeten Lehrer als Demo-Aktivisten und Anti-Politiker profilieren und die ihnen anvertrauten Kinder zu Protestorgien animieren, anstatt ihnen Bücher, Zeitungen und sonstige Informationslektüre ans Herz zu legen.

Leserbriefe

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