Leserbriefe

Baustellensturm in Stuttgart

28.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Gegner von Stuttgart 21 stürmen Baustelle“ vom 21. Juni. Der Projektsprecher für S 21 Wolfgang Dietrich hat immer noch nicht erkannt, dass „kriminell“ die Bahn handelt, indem sie weiterbauen will, obwohl das „Baurecht“ nicht mehr vorhanden ist, weil die doppelte Menge Grundwasser abgepumpt werden soll. Die Baustelle für dieses kriminelle Grundwassermanagement liegt am Südflügel des Hauptbahnhofs. Auch dieses denkmalgeschützte Bauwerk will die Bahn unter Berufung auf das „Baurecht“ jetzt zerstören. Und die Polizei muss sich missbrauchen lassen, um „Baurecht“ durchzusetzen, welches nur noch in den Köpfen der Herren Grube, Kefer und Schuster existiert.

Tausende von Menschen haben auf der 79. Montagsdemonstration wieder friedlich und deutlich für eine bessere Bahnpolitik demonstriert und sich danach schützend vor dem Südflügel versammelt. Einige Aktivisten haben gleichzeitig das Dach des Gebäudes besetzt, für das an dem berüchtigten 30. September 2010 die alten Bäume im Schlosspark mit Unterstützung von Wasserwerfern und Pfefferspray vernichtet wurden. Bei dieser Aktion wurde auch der leichte Bauzaun umgeworfen und die vielen Menschen gingen erst zögernd und dann immer entschlossener auf das Gelände. Leider wurde auch ein sehr lauter Knallkörper gezündet, eine gefährliche und hirnlose Aktion, die bei acht Polizisten ein Knalltrauma verursachte. Demonstranten, die noch näher standen, wurden allerdings nicht verletzt.

Der weitere Abend entwickelte sich zu einem fröhlichen Fest, an dessen friedlichem Verlauf auch die sehr umsichtig handelnde Polizei großen Anteil hatte. Die Stimmung wurde noch entspannter, als die Polizei endlich ihre Helme abnahm und die wehenden Haare der vielen Beamtinnen zu sehen waren. Gegen 22.30 Uhr stiegen die Besetzer freiwillig vom Dach und ließen sich von der Polizei vernehmen. Und die vielen Menschen nahmen die Erinnerung an einen ganz besonderen Montag mit nach Hause, auch wir. Grundwasser-Management könnte so schön sein, wenn es gar nicht erst stattfindet!

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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