Leserbriefe

Bahnchef Grubes Sollbruchstelle

20.08.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „S21 bleibt im Finanzierungsrahmen“ vom 5. August. „Zehn-Milliarden-Euro-Prognose des Bundesrechnungshofs nicht nachvollziehbar“ lässt Rüdiger Grube als Noch-Bahnchef in der Nürtinger Zeitung verkünden, gibt aber immerhin zu, dass 6,526 Milliarden „sicher“ sind. Derselbe Rüdiger Grube hat schon im November 2011 nicht gewusst, wovon er redet, als er vollmundig zu S21 erklärte: „Die Sollbruchstelle liegt bei 4,526 Milliarden Euro“. Jetzt will Grube auch vergessen, dass mittlerweile nicht nur der Bundesrechnungshof von zehn Milliarden ausgeht, sondern vorher schon die unabhängigen und zuverlässigen Gutachter Vieregg und Rössler Gesamtkosten von 9,8 Milliarden Euro ermittelt haben. Auch dem Aufsichtsrat sind diese Horror-Zahlen bekannt mit allen möglichen strafrechtlichen Folgen für seine Mitglieder. Ein weiteres Gutachten der KPMG-Prüfungsgesellschaft sollte bei der Aufsichtsratssitzung am 7. September die Grundlage schaffen für ein mögliches Ende von Stuttgart 21. Das wäre dann wohl auch das Ende der Karriere des Automanagers Grube bei der ihm artfremden Bahn. Aus unerfindlichen Gründen wird dieses Gutachten aber nicht fertig und deshalb erst bei der nächsten Sitzung im Dezember vorliegen. Welch eine glückliche Fügung für die Aufsichtsräte und Grube persönlich, denn im Dezember ist die von ihm ersehnte Vertragsverlängerung möglich, falls die S21-Kostenlüge bis dahin hält. Aber dabei wird der Umstieg 21 vergessen, über den auch schon ausführlich in der Nürtinger Zeitung berichtet wurde: Der geniale Plan einer Arbeitsgruppe im „Aktionsbündnis gegen S21“ nutzt die bereits ausgehobenen Gruben für den Tiefbahnhof, um unter den Gleisen eines neu gestalteten Kopfbahnhofs einen wirklich Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) einzurichten und Parkraum für Pkw und Fahrräder zu schaffen. Gleichzeitig ist Umstieg 21 ein brillantes Verkehrskonzept für die ganze Region und „Mehr Verkehr auf die Schiene“ statt Dauerstau auf den Straßen. Umstieg 21 wurde gerade rechtzeitig fertig als Ausweg aus der S21-Sackgasse: Genial und sparsam, denn mehrere Milliarden werden nicht mehr verschwendet. Eventuell genügen dann sogar wieder die 4,526 Milliarden aus Grubes Sollbruchstelle.

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Der Sieger kommt aus der Schweiz“ vom 20. September. Bevor die Umsetzung der Bahnstadt beginnt, muss der Kreuzungsknoten beim Amtsgericht nachweislich gelöst werden. Eine kleine Übersicht zum Plan der Bahnstadt: alle östlichen Häuser direkt an den…

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