Leserbriefe

Bahn-Tunnel Rastatt: Einsturz mit BIM

30.08.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Bahn rechnet bis Mitte September mit Störungen“ vom 19. August. Es klingt harmlos in dem Artikel in der Nürtinger Zeitung: „Bahn rechnet bis Mitte September mit Störungen“. Dabei ist der Tunnel-Einsturz in Rastatt eine riesige Katastrophe, die mit der fast geheimen Einbetonierung der 40-Millionen-Tunnelbohrmaschine „Wilhelmine“ ablenkt von der unglaublich leichtsinnigen Bahnpolitik unter deutschen Regierungen seit der sogenannten Bahnreform.

„Wilhelmine“ wird pietätlos einbetoniert, ohne Prominenz wie am 25. Mai 2016 bei dem großen Bahn-Ereignis der Tunnel-Anstich-Feier. Wieder einmal waren die üblichen 500 geladenen Gäste erschienen und applaudierten den markigen Reden von Dobrindt, Grube, dem Hermann aus dem Ländle und vielen mehr. Vorgestellt wurde dabei eine neue Erfindung aus der 4.0-„Schein“-Welt namens BIM. Dieses digitale Wundersystem würde den 4270 Meter langen Tunnel problemlos und kostengünstig durch das matschige Erdreich lenken und den pausenlos knapp darüber donnernden ICEs und Schwerst-Güterzügen mit Gefahrgutladung zur Freude von Kanzlerin Merkel zeigen: Auch in Rastatt wird die „Zukunftsfähigkeit Deutschlands“ bewiesen – nicht nur bei Stuttgart 21! Begleitet wurden diese Sprüche von den „segnenden Händen“ der Kirchenvertreter und der Frau des CDU-Bürgermeisters als Schutzpatronin „Heilige Barbara“. Zukunftsfähig? Trotzdem sind die Schienen seltsam verbogen und die Ursache unter Beton verschwunden. Dieser Tunnel in Rastatt war und ist wichtig und sinnvoll. Wie soll es jetzt weitergehen mit der Rheintalstrecke? Ein viel größeres Problem für die Bahn ist „Stuttgart 21“ mit 60 Kilometern Tunnel unter den Häusern, davon 20 Kilometer im gefährlich quellfähigen Anhydrit, dem Gipskeuper. Die Bahn, also der Aufsichtsrat, der „finstere Lutz“ als neuer Bahnchef, Merkels Bahn-Gesandter Ronald Pofalla und andere „lösen“ dieses tödliche Problem mit Geheimhaltung: Das KPMG-Gutachten liegt dem Bahn-Aufsichtsrat seit Monaten vor, bleibt offiziell aber „geheim“, denn die bekannt gewordenen Warnungen vor einem Weiterbau von S21 wegen der unlösbaren Gefahren des Anhydrit sind brisant und erfordern verantwortliches Handeln. Aber die Politik im Bund, im Ländle und in Stuttgart versteckt sich hinter „Geheim“ und weigert sich, „Schaden vom Volke abzuwehren“. Weiter so? Auf keinen Fall.

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Der Sieger kommt aus der Schweiz“ vom 20. September. Bevor die Umsetzung der Bahnstadt beginnt, muss der Kreuzungsknoten beim Amtsgericht nachweislich gelöst werden. Eine kleine Übersicht zum Plan der Bahnstadt: alle östlichen Häuser direkt an den…

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