Leserbriefe

Aus Zusammenhang gerissen worden

09.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl-Heinz Frey, Nürtingen. Zum Leserbrief „Wasserkraft und Naturschutz“ vom 2. März. So sehr ich die Fachlichkeit in Fragen des Vogelschutzes bei Gerhard Jakob schätze, so muss ich doch seinem Leserbrief deutlich widersprechen. Er wurde bei allen Verfahren zu Wasserkraftwerken in seinem Bezirk einbezogen, hat sich aber bei den Stellungnahmen dazu nicht beteiligt. Die Stellungnahmen selbst bekam er ebenso. Deshalb müsste er eigentlich auch deren Inhalt kennen. Die erwähnte Stellungnahme ergänzt nur die zuvor erfolgten und ist daher aus dem Zusammenhang gerissen. Zu den Zeiten, in denen ich Sprecher des Landesnaturschutzverbandes für den Kreis Esslingen war, sind immer alle Umweltverbände einbezogen worden, um ihre Kenntnisse in eine Stellungnahme einfließen zu lassen. Dazu zählen auch Umweltdaten. Deswegen ist es merkwürdig, Herrn Richter, der federführend die Stellungnahme für den LNV in Sachen Melchiorwehr in Neckartenzlingen übernommen hatte, auf diese Weise anzugehen. Gerhard Jakob spricht nicht für die Umweltverbände, für wen bleibt offen. Im Übrigen sind alle Vorgänge zu entsprechenden Verfahren in den Geschäftsstellen der Umweltverbände einzusehen.

Nun zu dem Doldenmilchstern. Auch da ist das floristische Hintergrundwissen einseitig. Die erste Erwähnung der Pflanze geschah 1622, davor gab es kaum Literatur über Pflanzenvorkommen (Farn- und Blütenpflanzen B-W, Band 7). Vermutlich wurde die Pflanze (Stern von Bethlehem) in den Klostergärten, wie viele andere Kräuter, wegen ihrer Wirkstoffe angepflanzt und ist von dort verbreitet worden. Der Doldenmilchstern (giftig) ist ein Archäophyt, das heißt, er ist seit vielen Jahrhunderten fest eingebürgert. Wenn eine Art sich über Jahrhunderte eigenständig fortpflanzen kann, gilt sie als eingebürgert. Er war in Baden-Württemberg in allen Flussgebieten vor 1990 vorhanden, ist aber durch den Verlust an Auen zurückgegangen oder nicht mehr nachgewiesen worden. Damit teilt er das Schicksal vieler anderer Pflanzen. Wenn Gerhard Jakob andere Standorte mitteilen kann, wäre zumindest aktuell die Annahme der Seltenheit für den Kreis Esslingen widerlegt.

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