Leserbriefe

Augenwischerei

16.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bert Hauser, Altenriet, Gemeinderat, stellvertretender Bürgermeister. Zu den Artikeln Gemeinderat sagt Nein zum Golfplatzausbau und Fühlen uns nicht fair bewertet vom 14. Februar. Das Scheitern der geplanten Erweiterung des Golfplatzes Hammetweil im Rainerwald war überfällig. Bürgermeister Krüger und der Golfclub haben monatelang nur gemauert. Mit seinen Interview-Thesen, der Rainerwald sei ein reiner Stangenholzacker, der durch die Anlage von neun Golfbahnen ökologisch aufgewertet werden könne, hat Krüger zugleich provoziert und die Emotionen hochkochen lassen. Der Geschäftsführer des Clubs, Spanka, hieb in die gleiche Kerbe. Mit seiner Behauptung, die Gesamterscheinung des Waldes werde auch nach der geplanten Rodung von 20 Hektar nahezu dieselbe sein, profilierte er sich als Märchenerzähler. Tatsächlich sollen Schneisen von insgesamt vier Kilometern(!) Länge und 50 Metern Breite in den nur 80 Hektar großen Wald geschlagen werden! Dass dann Stürme den etwa 120 Jahre alten Buchen-Mischwald zwangsläufig weiter zerstören würden, verschleierten beide. Ihre Argumentation kann deshalb mit Fug und Recht als Augenwischerei, als Täuschung der Öffentlichkeit, ja als Schwindel bezeichnet werden.

Ich weise die persönlichen Angriffe von Bürgermeister Krüger bei der Gemeinderatssitzung auf die Gegner der Abholzung entschieden zurück. In der Fällung eines Viertels des Waldes kann die Altenrieter Bevölkerung nur einen Akt der Zerstörung und das Ende der bisherigen Naherholung sehen. Krügers lächerliche Vorlesung über den idealen Wald der Romantik war nur ein weiterer untauglicher Versuch, die zu erwartende Erosion, die Verdichtung des Bodens und die Schädigung der klimatischen Funktion des Waldes abermals zu verschleiern.

Einzelne Mitglieder des Clubs haben in Gesprächen mit Bürgern die These verbreitet, Widerstand sei zwecklos, man habe sehr potente Mitglieder und sehr gute Kontakte zur Politik und man werde das Projekt durchziehen, auch wenn einige Spinner dagegen protestieren. Zu diesen Spinnern gehören der Gemeinderat von Altenriet, Bürgermeister Müller, Pfarrer Wössner, Kindergarten und Schule sowie Tausende von Bürgern rings um den Rainerwald. Ob sich die Betreiber seiner Zerstörung, die den breiten Protest als Missbrauch der Kinder diffamierten, durch den Beschluss des Neckartenzlinger Gemeinderates nun endlich besinnen werden darauf muss man trotz allem noch hoffen.

Leserbriefe

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