Leserbriefe

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02.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Horst Hasenberg, Nürtingen. Zum Artikel Autobauer sträuben sich gegen CO2-Pläne der EU vom 30. Januar. Herr Wissmann, ehemaliger Minister, wechselte die Seiten und vertritt jetzt die Automobilindustrie. Natürlich muss er gegen den Plan sein, ein Tempolimit auf den deutschen Autobahnen einzuführen, obwohl er genau weiß, wie jeder vernünftige Mensch, dass dies Tempolimit viel Positives bringt. Der Verkehr würde ruhiger, nicht so hektisch, vor allem mit weniger schweren Unfällen. Auch die Umwelt würde geschont durch weniger CO2 -Ausstoß.

Jedes Mal, wenn wir von einer Reise im benachbarten Ausland zurückkommen, sind wir erstaunt, wie hektisch nach dem Grenzübertritt urplötzlich auf der gleichen Autobahn gefahren wird. Ich denke manches Mal, die müssen wohl alle einen dringenden Termin haben. Der Kraftstoff ist offenbar immer noch zu billig, denn eine sparsame Fahrweise stelle ich nicht fest. Wie angenehm rollt man mit dem fließenden Verkehr! Der hektische Fahrer ist auch nicht früher an seinem Ziel. Ausländer kommen nach Deutschland, um hier einmal auf normalen Straßen 250 Stundenkilometer fahren zu können, nicht nur auf abgesperrten Rundkursen. Solch ein Irrsinn findet bei uns statt.

Ein Argument der deutschen Autoindustrie, der Absatz ihrer schnellen Produkte würde gerade deswegen so gut in aller Welt sein, kann ja wohl nicht stimmen. In einem Land wie USA mit einer sehr rigiden Begrenzung der Geschwindigkeit hat die Firma Porsche den größten Absatz ihrer Sportwagen. Aber auch die anderen Premiumhersteller verkaufen sehr gut dort. Ein Blick in die Geschichte: Die freie Fahrt auf den ersten Fernstraßen wurde vom Dritten Reich abgeschafft und in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder eingeführt, eine verhängnisvolle Entscheidung.

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