Leserbriefe

Armer Hartz-IV-Empfänger

13.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Friedrich Arbeiter, Wendlingen. Zum Artikel Geschenktes Auto kam teuer zu stehen vom 8. Februar. Kann das wahr sein? Wegen eines Schrottautos werden Polizei, Richter und Staatsanwalt bemüht. Dieses Urteil von Richterin Lieberei und dem Staatsanwalt ist total überzogen. Denn: Unter www.autoschrott.de kann man Altautos bundesweit kostenlos abholen lassen. Diese Webadresse wird den Polizeibeamten ja bekannt sein. Warum informiert man nicht einfach den Autobesitzer, wie er sein Auto loswird, anstatt die Mühle des Gesetzes anzuschmeißen? Ich bin der Meinung, die Beamten und der Denunziant hätten vielleicht ein Bußgeld wegen unterlassener Hilfeleistung verdient, zumal ich (und sicher viele andere Bürger) die Polizei sonst sehr hilfsbereit erlebt habe. Die Überlegung Vielleicht braucht er ein bisschen Unterstützung wäre sinnvoller gewesen.

Anonyme Anzeigen, Zettel ans Auto hängen, wenn einer mal vor der Haustür parkt, bei Vorfahrt niemals nachgeben das sind Eigenschaften so mancher Schwaben über 60, auf die wir in unserem modernen Baden-Württemberg wirklich verzichten können. Aber mit einem Hartz-IV-Empfänger kann man es ja machen und dem armen Kerl zeigen, wie die Obrigkeit funktioniert. Aber Hartz-IV-Empfänger sind auch nur Menschen und keine Monster. Monster sind vielleicht diejenigen, die an deutschen Landesbanken in den letzten 15 Jahren über 100 Milliarden Steuergelder vergeudet haben! Bei einem Prozess gegen einen dieser Banker würde Frau Lieberei möglicherweise kleinlaut werden! Aber die Staatsanwälte trauen sich ja nicht mal, eine Untersuchung zu eröffnen.

Auch die Berichterstattung finde ich obermies. Hier wird ein Mensch einfach von der Zeitung vorgeführt. Der kann ja nur noch wegziehen, da alle in der Umgebung jetzt seine 15 Jahre alte Vergangenheit kennen. Soll das gute Berichterstattung sein? Sicher nicht! Zurückhaltung und Datenschutz wären angebracht gewesen!

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