Leserbriefe

Argumente für einen Bürgerbus

15.11.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fred Schuster, Wendlingen, Geschäftsführer Pro Bürgerbus. Zum Artikel „Höhere Kreisumlage wegen Kosten für Nahverkehr“ vom 14. November. Nimmt ein Bürgerbus einem Linienbus die Fahrgäste weg? Herr Springmann als Verkehrsplaner für den öffentlichen Nahverkehr weiß natürlich auch, dass dies nur schwerlich denkbar ist. Ein Bürgerbus ist ein ehrenamtlich betriebener Linienverkehr mit Pkw. Das heißt, er kann höchstens acht Personen befördern. Und er wird in der Regel nur dort eingesetzt, wo ein Mobilitätsbedarf durch einen Linienbus aus wirtschaftlicher oder verkehrlicher Sicht nicht möglich ist.

Als ehemaliger Köngener Bürger kenne ich natürlich die Ortslage. Denken wir uns einmal einen älteren Menschen, der aus dem Bereich der Teckstraße zum Einkaufen in die Ortsmitte möchte und anschließend mit schwerer Einkaufstasche wieder zurück will. Heute geht er zur Haltestelle Haldenstraße, fährt mit dem Kurzstreckenticket (1,20 Euro) in die Ortsmitte, kauft ein, geht zum Arzt, ins Rathaus oder zur Post und fährt anschließend mit dem Bus zurück. Zum Beispiel ab Köngen Rathaus um 10.14 Uhr über Wendlingen Bahnhof – an Haldenweg 10.42 Uhr. Für 2,70 Euro und mit einem Zeitbedarf von fast einer halben Stunde, einer Sightseeing-Tour über die Adolf-Ehmann-Straße zum Wendlinger Bahnhof und dort mit zwölf Minuten Aufenthalt. Fazit: reine Fahrzeit zusammen 30 Minuten, Kosten 3,90 Euro. Das macht keiner! Insofern gibt es auch für Köngen durchaus Einsatzmöglichkeiten für einen Bürgerbus. Die Frage ist natürlich, inwieweit auch Fahrgäste für ein solches Angebot da sind. Und: finden sich in Köngen ausreichend ehrenamtliche Fahrer, die einen nachhaltigen Betrieb ermöglichen. Letzte Anmerkung: Es gibt durchaus Bürgerbusangebote parallel zu „großen“ Buslinienverkehren (zum Beispiel in Denkendorf und Aichwald). Der Landesverband der Bürgerbusse proBürgerBus Baden-Württemberg steht gerne beratend zur Verfügung.

Leserbriefe

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