Leserbriefe

Anwerbeabkommen mit der Türkei von 1961

05.09.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Sterr, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum Leserbrief „Deutsch-türkische Geschichte“ vom 10. August. Der Leserbrief von Frau Hofstadt entspricht der geschichtlichen Wahrheit. Das Anwerbeabkommen mit der Türkei kam auf Wunsch und Druck der türkischen Militärregierung zustande. Die Bundesanstalt für Arbeit sah keinen Bedarf. Die Abkommen mit Italien, Spanien und Griechenland deckten den Bedarf „hinreichend“ – so das BA. Auch von den USA wurde Druck auf Deutschland ausgeübt.

Die Lage in der Türkei war zu dieser Zeit sehr instabil und die USA befürchteten ein Ausscheren der Türkei aus der NATO, wenn die Wirtschaft in der Türkei nicht durch das Anwerbeabkommen stabilisiert würde. So beugte sich die BRD geostrategischen Interessen. Bezeichnenderweise wurde das Abkommen nicht vom Wirtschaftsministerium sondern vom Außenministerium abgeschlossen. Die Außenpolitik dominierte die Arbeitsmarktpolitik.

Anerkannt wurde dieses Entgegenkommen zumindest nicht von türkischen Medien. In den Informationen zur politischen Bildung Heft 201/1984 heißt es unter Absatz VII, Punkt 1 im zweiten Absatz: Ein türkisches Massenblatt fragte im Juli 1983, warum die 1,6 Millionen Landsleute in der „68. Provinz“ anders leben müssen als in Erzurum oder Istanbul. Die Türkei hatte 67 Provinzen. Gemeint war die Bundesrepublik Deutschland. Deutlicher kann man die Geringschätzung für einen anderen Staat kaum zum Ausdruck bringen!

Im letzten Absatz schreibt Professor Dr. Beate Steinhilber von anti-demokratischer und nationalistischer Propaganda, der man entschieden entgegentreten müsse. Ich kann in dem Leserbrief von Frau Hofstadt weder etwas Nationalistisches noch Antidemokratisches entdecken. Demokratie bedeutet „Herrschaft aus dem Volk für das Volk“. Es sind die Regierenden, die sich fragen lassen müssen, ob ihre Politik demokratisch ist? Weltweit einmalig ist wie blind und gleichgültig die Regierenden der BRD gegenüber dem Schicksal des eigenen Volkes sind. Zum Beispiel trägt deren familienfeindliche Politik zum noch schnelleren Niedergang unseres deutschen Volkes bei! Das ist wahrhaftig anti-demokratisch!

Leserbriefe

Hotel und Biergarten – aber kein Betonbunker

Alfred Schmidt, Nürtingen. Zum Artikel „Hotel mit Biergarten am Neckar“ vom 18. Mai. Ich stimme Herrn Raimund Braun (NT 14) voll zu, wenn er die Architektur des „Hotelneubaus“ kritisiert. Recht hat er, wenn er ein Satteldach und eine Verkleinerung des Baukörpers fordert. Dann würde sich das…

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