Leserbriefe

Anderer Blick auf die Neckarsteige

13.08.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fritz Mergenthaler, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Die Neckarsteige: Keine Ruinenlandschaft, sondern ein Quartier voller Charme und Chancen?“ vom 23. Juli. Wenn heute 1. April wäre, könnte ich noch schmunzeln über das Loblied und die optimistische Beurteilung der Entwicklungschancen zur Neckarsteige. Als alter Nürtinger würde ich sehr gerne die Herren Kiwitt und Neureuther durch die Neckarsteige mitnehmen und ihnen meine Ansichten vor Ort darlegen. Ich bin da nicht alleine; die Mehrzahl meiner Freunde und Bekannten, selbst der eine oder andere Einzelhändler teilen meine Sorgen, nicht nur um die Neckarsteige, sondern auch um die gesamte Innenstadt.

Meine Bilderbuchmappe mit Ansichten von über 30 geschlossenen Ladengeschäften hatte ich bereits im Juni im Rathaus abgegeben und es wurde mir gesagt, dass man diese Mappe auch dem OB vorlegen würde. Erfreulich war, dass kurz darauf ein Bild in der NZ war von einem ehemaligen Ladengeschäft in der oberen Neckarsteige (ganz früher Metzgerei Kölz) in welches jetzt das Schulwerk Mitte eingezogen ist. Auch dieses ehemalige Geschäft ist in meiner Bildermappe zu sehen; die exponierte, beste Lage mit einer Dependance des Schulwerk Mitte zu belegen muss einen nachdenklich machen.

Es ist wie’s ist – nur wenige trauen sich mit ihren Sorgen um die Stadt in die Öffentlichkeit zu gehen. Dies nicht zuletzt deswegen, weil man als Kommentare oft nur Worthülsen liest und keine konkreten Absichtserklärungen. Pflaster in der Fußgängerzone, Ausbesserungen des Belages beim Alten Güterbahnhof, Pflege des Kinderspielplatzes bei der Kreuzkirche und so weiter. Dies sind Herausforderungen an die Stadt. Und was geschieht? Nichts!

Dafür gibt man Genehmigungen für absurd viele Nageltudios, Friseurläden und Wettbüros. Das neueste liegt neben dem „Fässle“. Hat die Stadt nichts besseres zu tun als diese Auswüchse zu fördern? Dafür wird wieder der Biergarten am Neckar erwähnt. Für mich persönlich eine misslungene, unpassende Einrichtung an der unser OB seinen Hirnschmalz mit eingebracht hat. Wenigstens können unsere Kleinen die Fischtreppe angucken, wenngleich keine Fische zu sehen sind. Armes Nürtingen!

Meckern kann jeder. Auch ich. Warum sieht man denn unseren OB nur in der NZ, wenn er sich bei Veranstaltungen ablichten lässt; warum sieht man ihn nicht durch „seine“ Stadt laufen, um die Realitäten zu sehen, oder mal in der Neckarsteige in eine Shisha-Bar rein zu schauen oder in der früheren Bäckerei Zaiser mit den beiden Eingangstüren einen türkischen Mokka zu nehmen? Zu heißes Pflaster? Na ja, das ist in der Neckarsteige wenigstens noch gut in Schuss.

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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