Leserbriefe

An die Zukunft der Umwelt denken

10.08.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Irmgard Bürck, Wolfschlugen. Zum Leserbrief „Jede Fahrt kritisch hinterfragen“ vom 6. August. Herr Seeger spricht mir aus dem Herzen. Die Zahlen waren mir zwar nicht bekannt, aber der Zusammenhang zwischen Verbrennungsvorgängen und dem Klimawandel durchaus. Ich möchte noch ein weiteres kritisches Hinterfragen hinzufügen: Viele Fahrten machen wir ja nicht selbst, sondern lassen sie machen. Am 13. Juli kam in dieser Zeitung ein Artikel zum Thema „Online-Handel lässt die Paketzahlen steigen“.

Ich sehe fast täglich, wie Lieferwagen von DHL, Hermes, UPS, DPD und so weiter durch die Straßen fahren und bestellte Ware an den Haustüren ausliefern, manchmal mehrere Lieferanten an eine Adresse. Wenn dann die Ware auch noch zurückgeschickt wird, weil sie nicht entspricht, sind es auf einmal zwei oder drei Fahrten wegen einem Paket. Zum Glück gibt es auch Zusteller, die per Fahrrad mit Elektrounterstützung kommen. Auch ich bekomme ab und zu etwas geschickt, was ich bestellt habe, weil ich es sonst nirgends bekommen kann.

Vieles lässt sich aber auch anders lösen: im Buchhandel oder in der Apotheke zum Beispiel bestelle ich etwas, das dann zusammen mit vielen anderen Bestellungen dort abgeliefert wird und das ich dann abholen kann (nicht mit dem Auto, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln!). Und wenn ich auf der Autobahn fahre (wenn es nötig ist und nicht anders geht), erlebe ich, wie diese Lieferwagen die ohnehin schon zu langen Lastwagenketten verlängern. Neulich habe ich auswärts ein besonderes Medikament bestellt und die Frage gestellt bekommen, ob ich es an die Haustür oder an einen Paketshop oder Ähnliches geliefert haben möchte. So könnte es doch auch bei anderen Dingen gehen. Da ist eben auch Phantasie gefragt.

Natürlich gibt es Menschen, die nicht mehr aus dem Haus können, die brauchen solche Lieferdienste, das ist klar. Aber alle anderen sollten sich wirklich fragen, ob der vermehrte Einsatz von Last- und Lieferwagen nötig ist. Es macht doch auch Spaß, in einem Fachgeschäft etwas selbst anzuschauen und auszuprobieren. Ob man dann dorthin mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß gelangt, ist eine Frage der individuellen Möglichkeiten, aber auch des Nachdenkens: Was kann ich angesichts der Zukunft unserer Umwelt verantworten?

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