Leserbriefe

An den Versprechen messen lassen

29.11.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marc Sink, Oberboihingen. Zum Leserbrief „Nürtingen profitiert von S 21“ vom 19. November. Wenn man mindestens sieben Milliarden Euro Steuergelder für „nur“ einen Tiefbahnhof ausgibt und solange Kinder in diesem Land hungern müssen beziehungsweise das ganze Hartz-IV-System viele Familien in die Armut treibt, dann darf man dieses sinnfreie Projekt durchaus als „Verbrechen an der Menschheit“ bezeichnen. Aber wenn der Verfasser in diesem Zusammenhang gleich Hitler und Stalin erwähnt, dann ist das billig, nicht angebracht und schlicht provokativ!

Herr Kunzmann sagt, dass S 21 durch die Volksabstimmung legitimiert sei. Dann sollte er auch nicht verschweigen, was vor der Volksabstimmung versprochen wurde und fünf Wochen später an Kosten nach oben revidiert werden musste! Wer soll diese ganzen Mehrkosten bezahlen? Haben Politiker nicht auch eine Verantwortung dafür, wie man mit unserem Geld umgeht und es ausgibt? Und weil die Volksabstimmung abgehalten wurde, sollen wir jetzt unser „Maul“ halten? Nein!

Die Grünen würden (laut Herrn Kunzmanns Aussage) die Viertelmilliarde Mehrkosten für einen Deluxe-Filderbahnhof blockieren. Der eine nennt es „Blockade“, ich nenne es „Haltung“. Einfach so mal diese Summe zusätzlich aus Steuermitteln ausgeben, das befremdet mich doch schon sehr. Die Äußerung ist ein gutes Beispiel dafür, wie man die Grünen in Misskredit „reden“ möchte. Der Leserbrief liest sich für mich wie ein Wahlversprechen, lenkt aber lediglich vom tatsächlichen Planungschaos der Bahn ab. Jetzt will uns Herr Kunzmann noch verkaufen, dass Nürtingen von Stuttgart 21 erheblich profitiert. Wie gesagt, ein Gutachten bescheinigt, dass der Flughafenbahnhof nicht sinnvoll befahren werden kann. Hinzu kommt, dass es nachweislich massive Probleme an der sogenannten „Wendlinger Kurve“ gibt.

Wenn ganztägig im Viertelstundentakt ein Zug nach Stuttgart fährt, dann frage ich mich, was bringt es, wenn ich eine Viertelstunde früher in Stuttgart bin? Und nochmals: Um welchen Preis das Ganze? Braucht es das wirklich, wenn letztendlich viertelstündlich die Züge unwirtschaftlich dann halb leer fahren? Warten wir es doch ab! Ich bezweifle, dass es so kommt und Herr Kunzmann wird sich an seinen Äußerungen und Versprechungen messen lassen müssen. Spätestens in zehn Jahren. Das Netz und ein Zeitungsarchiv vergessen nämlich nichts!

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