Leserbriefe

Ampelschaltung mehr als ärgerlich

24.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Uwe Schulze, Nürtingen. Zum Artikel „Blaue Plakette in Stuttgart und Fahrverbote“ vom 11. Juni. Stuttgart und Umgebung kämpft mit Feinstaub! Warum wohl? Beispiel: Untertürkheim in Fahrtrichtung B 10/B 14. Die Benzstraße ist tagsüber viel befahren und diesem Verkehr sollte man Vorrang gewähren – keine Frage. Nur wenn man nach der Spätschicht das Werk einer Firma verlässt (und das sind nicht wenige), sollte man doch auf die heutige Intelligenz der Computer zurückgreifen. Man steht um 0.40 Uhr auf der Kontaktschleife an der Ampel und möchte nach links auf die B 14/B 10. Es ist Rot, der Gegenverkehr (GVK) hat Grün. Es kommt aber keiner. Danach wird die Ampel von der Schnellstraße grün (da steht aber auch keiner). Dann bekommt der GVK wieder Grün, da steht aber immer noch niemand. Bedeutet: Ich werde als Linksabbieger nur alle zwei Schaltungen durchgelassen. Die Stopp-Uhr zeigt 1.45 Uhr. Unnütze verplemperte Zeit und ewiges Warten auf meine Lieblingsfarbe Grün. Die Start/Stopp-Automatik ist eine feine Sache und immer aktiv, aber dankt es mir mein kalter Motor, wenn ich nach 500 Metern aus dem Parkhaus und zehn Stunden Stillstand ihn wieder abschalte?

Auf der B 10 stelle ich mir dann die Frage, warum bei nicht vorhandenen Leitplanken und ruhender Baustelle in der Nacht der Verkehr auf einer vierspurigen Bundesstraße auf 60 Kilometer pro Stunde gedrosselt wird. Obwohl drei Meter Grünfläche plus Bordsteine dazwischen sind. Die Folge: unnötiger Stau und stockender Verkehr. Auf der Landesstraße habe ich 30 Zentimeter zum Gegenverkehr und darf 100 Kilometer pro Stunde fahren. Die Antwort des Regierungspräsidiums lautete: „Sehr geehrter Herr Schulze, der Autofahrer rechnet auf Bundesstraßen nicht mit Gegenverkehr, im Gegensatz dazu bei Landesstraßen.“ Ja, stellt man uns Autofahrer eigentlich komplett verblödet hin?

Endlich angekommen in Richtung Heimat konnte man früher in Köngen unter Berücksichtigung des gelben Blinklichts nach rechts in Richtung Unterensingen fahren. Das wurde auch abgeschafft, man kann nicht mehr einfädeln, solange der GVK Grün hat, steht man bei Rot, obwohl keiner kommt! Ich kann nur zu diesem Wahnsinn der Deutschen Bürokratie eines sagen: In Italien fährst du in zehn Minuten durch die Stadt Tropea, sogar in der Urlaubszeit. Aber durch Stuttgart brauchst du 60 Minuten, weil hier alles voller Blitzer, Tempolimits, chaotischen Signalanlagen und irrsinnigen Vorschriften ist.

Ich will keine Raserei, nur zügigen ineinanderfließenden, intelligent gesteuerten Verkehr.

Leserbriefe