Leserbriefe

Alternative Energie oder Zappelstrom

23.04.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Zum Artikel „Zu viel Groko“ vom 14. April. Als Zappelstrom wird der Ökostrom in Fachkreisen bezeichnet, weil er nicht jederzeit, sondern nur bei entsprechender Wetterlage oder Tageszeit zur Verfügung steht. Der Bundeswirtschaftsminister von der „Groko“ Sigmar Gabriel hat wieder einmal von einem Neustart der Energiewende gesprochen und die Definition gleich dazu mitgeliefert. Man solle nicht mehr der Illusion folgen, dass dieses Ziel schnell erreicht, sondern dass der sorgfältige Ausbau auch sicher und gangbar Priorität haben müsse. Damit scheint man endlich Normalität anzustreben.

Bisher war es planloses, chaotisches Durcheinander einzelner Interessengruppen. Die nach Fukushima ausgebrochene Panik mit der Abschaltung der Atommeiler scheint endlich der Sachlichkeit Raum zu geben. Eine Reform in der Größenordnung der Energiewende lässt sich nicht im Hauruckverfahren bewältigen. Das geht nur peu à peu, in kleinen Schritten. Was die Versorgungssicherheit betrifft, haben wir noch weite Wege vor uns. Auch wenn wir die 23 875 deutschen Windkraftanlagen verdoppeln, wird keine gleichmäßige Stromversorgung möglich sein, bei Flaute und einer Wolkendecke ist die Leistung gleich null. Deshalb brauchen wir dringend Speicherbecken als Puffer zum Ausgleich. Das ist nicht leicht und nur mit rigorosen Eingriffen in die Natur möglich. Weitere Chancen bieten die unabhängige Tiefenthermic (Erdwärme) und Biogasanlagen, die aber in dicht besiedelten Gegenden wegen der Vermaisung und dem Faulgasgeruch (Gestank) nur beschränkt einsatzfähig sind.

Die Energiewende schafft außerdem Transportprobleme. Wie kommt die durch Windkraft erzeugte Energie dorthin, wo sie gebraucht wird? Hunderte Kilometer lange Trassen sind nötig, die kreuz und quer durch die Republik verlegt werden müssen. An den geplanten Routen regt sich Widerstand. Wer will schon siebzig Meter hohe mit Elektrosmog beladene Monster vor seiner Haustür? Der Strom muss bezahlbar bleiben. Mit diesem Slogan hat man dem Bürger die Aktion schmackhaft gemacht. In Wirklichkeit hat sich der Strom um achtzig Prozent verteuert, ein Ende ist nicht abzusehen. Außerdem muss der Private laut EEG-Gesetz den Industrieverbrauch mit subventionieren, damit unsere Produkte auf dem Weltmarkt abgesetzt werden können, denn bei uns ist der Strompreis doppelt so hoch wie in Amerika. Hoffen wir, dass die Stabilisierung der Energie so weit gelingt, dass die zehn Kohlekraftwerke, die in den nächsten zwei Jahren gebaut werden sollen, möglichst wenig zum Einsatz kommen.

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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