Leserbriefe

Ängste und die Integration

09.08.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zu den Leserbriefen „Österreich zeigt klare Kante“ und „Flüchtlingssituation war damals anders“ vom 3. August. Herrn Hiemer möchte ich sagen: Die Flüchtlinge aus Syrien, Gambia, dem Irak et cetera zetteln auch keine Schlägereien und Messerstechereien an, sie begehen keine sexuellen Übergriffe, sie klauen nicht, sie dealen nicht und begehen keinen „Sozialbetrug“, was immer das auch sein soll. Ich verstehe nicht, wovor Herr Hiemer Angst hat, dass er auf so eine populistische Hetze hereingefallen ist. Die Flüchtlinge, die ich kennengelernt habe, bemühen sich sogar selbständig um Integration – das fängt da eben beim Erlernen unserer Sprache an. Und wenn es Probleme bei dieser Integration gibt, dann liegt das großenteils an solcher populistischen Hetze. Wenn jeder „Eingeborene“, statt Hetzbeiträge zu verfassen, sich mal fünf Minuten Zeit nehmen würde und Deutsch mit den Flüchtlingen spräche, würde der Integrationsprozess sogar schneller gehen. Und unser Land würde in kurzer Zeit enorm davon profitieren! Aber der älteren Generation ist die Zukunft selbstverständlich nicht so wichtig.

Das bestätigt auch Frau Hofstadts Beitrag. Natürlich war es „damals“ anders. Zwar sind auch die heutigen Flüchtlinge Vertriebene, die aus elenden Verhältnissen kommen. Aber der Unterschied ist: jetzt geht es uns hier gut, und das „Zusammenrücken“ sollte bei einem Flüchtlingsanteil von circa einem Prozent der Bevölkerung nicht allzu schwer sein. Aber manche Zeitgenossen machen sich lieber Sorgen um die Zustände in Altenheimen. Und selbst da gibt es Flüchtlinge, die sich sogar selber um eine Ausbildung zum Pfleger bewerben, und damit für eine Verbesserung dieser Zustände sorgen wollen!

Zu guter Letzt: Der Satz „Christen wie wir“ stößt mir in diesem Zusammenhang extrem sauer auf. Was bitteschön ist an diesem Land eigentlich „christlich“? Nächstenliebe? Um Gottes (!) Willen . . .  da müsste man ja womöglich selber noch was tun, oder – noch viel schlimmer – auf etwas verzichten. „Christlich“ ist heutzutage offensichtlich der, der möglichst laut gegen andere Religionen – vorzugsweise gegen den Islam, andere kennt er ja nicht – hetzt. Und die einzige „christliche Tradition“ in unserem Land ist vermutlich der Dreißigjährige Krieg. Na ja – vielleicht kommt der ja bald wieder. Dann ist Deutschland bestimmt gerettet.

Leserbriefe

Die Ablehnung wundert mich nicht

Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Jamaika-Aus bringt Merkel in Not“ vom 21. November. Ein Argument vermisse ich im Zusammenhang mit den Diskussionen über die gescheiterte Jamaika-Koalition: Wer war denn die Erste, die Koalitionen ausgeschlossen hat? Angela Merkel. Sie erklärte…

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