Leserbriefe

Ängste um Standort für Asylbewerberheim

12.09.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Voß, Unterensingen. 2013 erfuhren wir Anwohner erstmals, dass Asylanten in unserem Wohngebiet untergebracht werden sollen. Damals wurden eine höhere Anzahl und der Standort noch vehement vom Bürgermeister Friz abgestritten. Ohne gleich in die rechte Ecke gestellt werden zu wollen, möchten wir, die direkten Anwohner (19), unsere persönliche Meinung kundtun.

Rückblickend betrachtet bekamen wir das Vorhaben scheibchenweise serviert. Wir wurden auf dem Rathaus angehört, aber der Standort war intern schon lange von Gemeinderat und Bürgermeister favorisiert. In Wendlingen oder Wernau sind die Heime außerhalb oder im Industriegebiet angesiedelt. Dagegen haben wir das Asylbewerberheim direkt vor der Haustüre. Erschwerend ist, dass das Heim später als Obdachlosenheim genutzt werden soll. Diejenigen, die den Standort beschlossen haben, berufen sich entweder auf die „Christenpflicht“ oder wohnen selbst weit genug weg.

Uns ist bewusst, dass diese Menschen Hilfe brauchen, aber der Standort ist ohne Rücksicht auf uns Anwohner und ohne jegliches Mitspracherecht festgelegt worden; Alternativstandorte wurden nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Im Udeon fand eine Versammlung statt, in der vom Bürgermeister Friz um wohlwollende Berichterstattung durch die Presse gebeten wurde. Es wird von allen Seiten alles getan, damit die Asylanten eine menschenwürdige Unterkunft bekommen. Die damit zusammenhängende Problematik wird durch die Verwaltung bewusst verschwiegen. Man hört beängstigende Dinge. Es wird ein sozialer Brennpunkt, wenn geplante 64 Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in einer Unterkunft leben. Man hört von Gewalt, Übergriffen und enormen Lärmbelästigungen. Die Gemeinde hat finanzielle Vorteile, wenn sie Wohnraum an Asylbewerber vermietet, umgekehrt sinken bei uns Anwohnern die Wohnqualität und der Eigentumswert des Hauses enorm.

Wir haben Sorge vor „Kettenimmigration“, da in der gleichen Gegend Sozialwohnungen geplant sind, falls ein Investor gefunden wird. Für Asylanten wird vieles getan mit Hilfegruppen, Kursen und so weiter. Wir Anwohner werden alleine gelassen mit unseren Ängsten und Sorgen. In diesem so demokratischen Land gilt man als „rechts, braun angehaucht oder Nazi“ wenn man diese Problematik offen anspricht. Wir haben auf diesem Wege unsere ehrliche persönliche Meinung kundgetan. Bürgermister Friz meint immer nur, dass wir alles auf uns zukommen lassen sollen. Wir wenden uns mit den Ängsten an die Öffentlichkeit und bitten unsere Meinung zu respektieren, denn wir sind schlicht und einfach in Sorge um unsere Familien.

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