Leserbriefe

Absurdistan im Dorotheen-Quartier

03.06.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Streit übers Dach des neuen Quartiers“ vom 27. Mai. „Absurditäten“ entdeckt Sven Hahn im neuen Dorotheen-Quartier und in den 19 Luxus-Loft-Wohnungen, die nur für gut betuchte Mieter bezahlbar sind. Aber es ist rührend, wie sich die Stadt Stuttgart unter dem grünen Bürgermeister Fritz Kuhn um diese Edel-Bürger kümmert, wenn auf dem nahe gelegenen Karlsplatz die Lärmbelästigung durch Fischmarkt, Weihnachtsmarkt und ähnliche beliebte Belustigungen des Volkes angeblich unzumutbar wird. Von der Stadt Stuttgart wurde angeordnet – ob es den Mietern gefällt oder nicht – dass die Fenster der Luxus-Wohnungen an diesen „Lärm-Tagen“ automatisch durch die Steuerung der Gebäudetechnik von 20 bis 22 Uhr geschlossen werden! Absurdistan? Stuttgarts Stadtsprecher Sven Matis wörtlich zu dem „einvernehmlichen Beschluss der Stadtverwaltung“: „Diese Lösung stellt einen tragbaren und pragmatischen Kompromiss zwischen dem Anspruch auf Lärmschutz der Bewohner in der Innenstadt, dem Wunsch des Bauherrn nach erhöhtem Wohnungsanteil sowie dem Erhalt einer lebendigen Innenstadt dar.“

Das ist dieselbe Stadtverwaltung, in der ein OB Fritz Kuhn und seine Gefolgsleute den Bürgern der Stadt jahrelang die unerträgliche Lärm- und Staubbelästigung durch „Stuttgart 21“ zumuten und dafür auch noch „Verständnis“ erwarten, denn diese zehn Milliarden Euro würden schließlich für „Fortschritt“ verschwendet. Welch ein Schwachsinn!. „Ein tragbarer und pragmatischer Kompromiss“ wäre bei S21 der sofortige Baustopp und der Umstieg 21 auf einen vernünftig renovierten Kopfbahnhof und „Mehr Verkehr auf die Schiene“. Damit wäre nicht nur den reichen Mietern der 19 Dorotheen-Luxus-Wohnungen die Zwangs-Schließung der Fenster erspart, sondern sechs Milliarden Euro S21-Kosten werden ebenfalls gespart und dann für alle normalen Menschen in der Stadt und der Region eingesetzt „zum Erhalt einer lebendigen Stadt“, wie der Stadtsprecher Sven Matis richtig erkannte.

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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