Leserbriefe

Abriss hinterlässt Unfrieden und Scherben

13.08.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz Gfrör, Wendlingen. Die Rettung der Johanneskirche bringt die Wiedergewinnung der Einheit der derzeit fusionierten, aber gespaltenen Gemeinde. Dies geht nur bei Erhalt der Kirche. Mit dem jetzigen Beschluss wird die Gemeinde über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gespalten bleiben, Gemeindeglieder wandern ab. Abriss der Kirche um den Preis einer zerrissenen Gemeinde? Welch ein Unsinn. Ein gemeinsames, angemessenes, repräsentatives Gotteshaus ist nötig. Zum Bürgerentscheid gab es keine Alternative, da alle konstruktiven Bemühungen der Initiativen an der Ignoranz des Kirchengemeinderats gescheitert sind. Alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben jetzt die einmalige Chance, bei der Wahl ihre Meinung zu bekunden.

Auf dem Wochenmarkt am 30. Juli standen Mitglieder der Initiativen den Marktbesuchern Rede und Antwort. Ein Handzettel lieferte Informationen. Persönliche Stellungnahmen gab es auch zum Flyer der Kirchengemeinde „Gute Gründe für den Neubau“. Diese Argumente verwandeln sich schnell in äußerst schlechte Gründe, weil für diese Pläne die Kirche weichen muss, weil die zerrissene Gemeinde zementiert wird, weil die Stadtmitte ihr stadtbildprägendes, stadtbildbestimmendes, kulturhistorisch und kirchengeschichtlich wertvolles Gebäude, mit einem einzigartigen, einer Zeltkonstruktion nachempfundenen Dach, für immer verliert. Notwendig ist Rücksichtnahme auf die Wünsche und Befindlichkeiten der einstigen Unterboihinger Gemeinde mit ihren Heimatvertriebenen, die Tod und Verschleppung entkommen waren und hier in Wendlingen ihr neues Zuhause und in und mit ihrer Kirche Trost und Hilfe nach schwieriger Zeit fanden. Der Kirchturm bleibt als scheinheilige Erinnerung an die einstige Kirche. Welch ein Widerspruch! In Wirklichkeit dient er nur dazu, Geldeinnahmen zu generieren. Welch ein Affront gegenüber all den Mitgliedern, die sich ihrer Kirche beraubt sehen.

Unser Bestreben ist deshalb: Erhalt der Kirche für Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen. Umbau mit Mehrfachnutzung, ergänzt mit dem Neubau eines Gemeindezentrums für weiteren Raumbedarf. Integration mit der Behinderteneinrichtung ohne Wenn und Aber. Konstruktive Gespräche mit dem Kirchengemeinderat mit dem Ziel Rettung der Kirche mit der Chance der Rückgewinnung einer geeinten Gemeinde. Ein Kirchenabriss ist nicht verhandelbar. Vom Abbruchbeschluss abrücken, denn er hinterlässt nur Unfrieden und Scherben.

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