Leserbriefe

Abriss, damit Neues entstehen kann?

10.08.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz Sigler, Wendlingen. Zum Leserbrief „Altes abreißen, damit Neues entstehen kann“ vom 3. August. Es tut mir leid, dass ich Frau Schade zu Unrecht kritisiert habe. Wer ahnt schon, dass die Zeitung eine so unglückliche Überschrift zu Frau Schades Brief gewählt hat. Diese pauschale Aussage zum Abriss, damit Neues entstehen kann, kann so nicht stehen bleiben. Es kommt auf die jeweilige Situation und den jeweiligen Fall an. Ferner ist maßgebend, was als Neues entstehen soll.

Im Fall eines Abrisses der Johanneskirche entsteht zwar Neues, aber keinesfalls Besseres. Die Ausführungen zum Otto-Kirchlein sind richtig. Für die Johanneskirche gilt jedoch, sie ist weder zu klein, sie ist zweckmäßig, sie ist nicht baufällig und sie liegt vor allem zentral. Im Gegensatz dazu die Eusebiuskirche. Sie liegt dezentral, auf dem Berg, nahe dem nördlichen Stadtrand und ist somit ungeeignet als gemeinsame Kirche für die fusionierte, in Wirklichkeit aber inzwischen zerrissene Gemeinde. Die Gedankenspiele von Pfarrern und Kirchengemeinderäten, die dies anders sehen, sind ein Unfug!

Die Johanneskirche hingegen steht genau am richtigen Platz, nämlich dort, wo eine Kirche der fusionierten Gemeinde hingehört, in der Stadtmitte. Sie ist nach wie vor das stadtbildprägende, kulturhistorisch wertvolle Gebäude. Sie ist zudem bestens geeignet für festliche Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen. Sie muss nur den Anforderungen der heutigen Zeit entsprechend renoviert werden. Wenn sie dabei noch intelligent und vernünftig für eine Mehrfachnutzung ausgelegt und umgebaut würde, gegebenenfalls mit Ergänzungsbau „Neues Gemeindezentrum“ bei zusätzlichem Raumbedarf, könnten damit außerordentlich wichtige, zukunftsweisende und zukunftsträchtige Ziele erfüllt werden. Am wichtigsten: Rückgewinnung einer fusionierten, geeinten Kirchengemeinde, angemessene Berücksichtigung der Wünsche und Befindlichkeiten der früheren Unterboihinger Gemeindeglieder, insbesondere der Heimatvertriebenen, Beendigung aller Diskussionen und Auseinandersetzungen; Annahme und Akzeptanz eines neuen Gemeindehauses von allen Mitgliedern; eventuell Verzicht auf den Bürgerentscheid mit ungewissem Ausgang, der zugleich ein erhebliches Risiko für die Kirchengemeinde darstellt. Dies alles greift nur bei Rettung der Johanneskirche! Bei einem Abriss jedoch bleibt die Gemeinde über Jahre, wenn nicht jahrzehntelang zerrissen, zerstritten und gespalten. Meiner Meinung nach ein viel zu hoher Preis für die Durchsetzung des derzeit noch gültigen Beschlusses.

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe