Leserbriefe

Abholzung des Sozialnetzes

23.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinrich Freer, Nürtingen. Zum Artikel „Landeserziehungsgeld soll bleiben“ vom 16. Januar. Und es geht weiter mit dem Abbau der Sozialleistungen, denn in Baden-Württemberg fordert die FDP die Abschaffung des Landeserziehungsgeldes, welches als Zuschlag zum Kindergeld in unserem Bundesland gegeben wird, um einkommensschwache Familien zu stützen. Bereits dies ist ein Schlag ins Gesicht gegen Eltern, Kinder und ganze Familien in unserem Land. Der Kapitalismus in seinem Streben nach der Höchstrendite produziert zwangsläufig Krisen. Diejenigen, die absolut nichts für das Entstehen derselben können – also auch Familien mit Kindern –, sind am härtesten davon betroffen, benötigen deshalb Hilfe.

Kinderbetreuungsausgaben, die Gebühren für Büchereiausleihen und für den Besuch von Musik- und Jugendkunstschule sind kräftig gestiegen. In Nürtingen beispielsweise sind die Gebühren um zirka dreißig Prozent gestiegen, wenn man beispielsweise die Kosten für die Ausleihe eines einzigen Buches bedenkt, welche von einem Euro auf einen Euro dreißig gestiegen ist.

Diese Gebührensteigerung ist ein klares Zeichen für eine Verordnung der schwarz-gelben Regierung im Bund und der erpressten Union in unserem Bundesland: Bildung wird begrenzt und kostspielig gemacht, obwohl gerade Bildung das wichtigste Gut in unserer Gesellschaft ist und bald nur noch gut verdienenden Mitbürgern vorbehalten sein könnte. Von einer Chancengleichheit kann jetzt niemand mehr sprechen, denn das wäre eine glatte Lüge, und diese wollen unsere Mitbürger und Mitbürgerinnen nicht mehr hören.

Es wurden sehr entschiedene Positionen hierzu bezogen, und insbesondere die Fraktion der Grünen stellte sich klar gegen diese ungerechte, selbstsüchtige Forderung der Liberalen, wobei auch die Christdemokraten schüchtern Bedenken anmeldeten.

Die Linke, Gewerkschafter und viele andere rufen zum Widerstand gegen Kürzungen zu Lasten von Kindern und Eltern auf. Für die stümperhaften Rettungsversuche für Banken und Steuergeschenke für Besserverdienende und Millionenerben ist Geld da! Jeder verantwortungsbewusste Bürger ist aufgefordert, gegen die Pläne der FDP zur Kürzung des Landeserziehungsgeldes Widerstand zu leisten. Vielleicht solidarisiert sich auch die FDP mit der Bundestagsabgeordneten Skudelny, die sich darin gefällt, wie geschickt sie (mit den Eltern, Abgeordnetendiäten und Anwaltshonoraren im Hintergrund) Abgeordneten- und Anwaltstätigkeit sowie Familie unter einen Hut bringt.

Leserbriefe

Profitmaximierung statt Naherholung

Harry Nitschko, Wolfschlugen. Zum Artikel „Wildschweine gesucht“ vom 1. Dezember. Es ist sehr begrüßenswert, dass sich viele Gemeinderäte in Wolfschlugen des Themas Waldgebiet Sauhag annehmen und gegenüber der Forstverwaltung auch mal klare Kante zeigen. Es kann ja nicht verwundern, dass sich…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe