Leserbriefe

Abbruch der Kirche: Wendlinger Barbarei

08.08.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wolfgang Keller, Wendlingen. Hatte die Johanneskirche jemals eine reelle Chance, erhalten zu bleiben? Mit großem Aufwand und durchaus geschickt wurden verschiedene Szenarien von den Machern der Evangelischen Kirchengemeinde aufgezeigt. Man erweckte den Eindruck, dass der Erhalt des stadtbildprägenden Gebäudes durchaus eine Option darstellen würde.

Fakt ist jedoch, dass schon seit Monaten eine Abbruchgenehmigung vorliegt und nur aus der Schublade gezogen werden muss. Was darauf hinweist, dass der Abbruch von langer Hand vorbereitet wurde und wird. Es ging nur darum, wie kann man den Abbruch der Bevölkerung so verkaufen, dass es keinen Aufstand gibt. Wie anders ist es sonst zu verstehen, dass noch vor einem Jahr in der Wendlinger Zeitung stand: „Klar ist aber, dass die Kirche entsprechend dem Wunsch der Kommune für den Standort an der Johanneskirche einen Architektenwettbewerb ausschreiben wird. Im Rahmen dieses Wettbewerbs wird dann auch die Frage beantwortet werden, ob und in welcher Form die bestehende Johanneskirche in ein neues gemeinsames Gemeindzentrum eingebunden werden kann“, Zitat Ende. Und heute ist davon keine Rede mehr? Wie muss man den Umstand deuten, dass nun in der Wendlinger Zeitung verharmlosend getitelt wird: „Johanneskirche muss weichen“ und der zugesagte Architektenwettbewerb eine Lösung mit Einbindung der Johanneskirche gar nicht mehr vorsieht, da die Grundsatzentscheidung „Abbruch der Johanneskirche“ schon vorher gefallen ist und sich der Wettbewerb nur noch mit dem Neubau befassen wird?

Nein, die Johanneskirche hatte von Anfang an keine Chance und Wendlingen verliert, wenn es nach der Evangelischen Kirchengemeinde geht, an einer der prominentesten und sensibelsten Stellen im Ort ein Gebäude von höchster architektonischer und städtebaulicher Güte und Bedeutung. Mit hohem finanziellem Aufwand wurde die Neue Stadtmitte in den 80er-Jahren geschaffen und es entstand ein hervorragender Stadtmittelpunkt, welcher mit dem Bau des Treffpunkts Stadtmitte seinen würdigen Abschluss fand. Der Marktplatz mit seinem mediterranem Flair findet seine Ergänzung und städtebauliche Entsprechung in dem Gottesgebäude mit dem markanten „Wendlinger Campanile“ auf der gegenüber liegenden Seite. Ein städtebauliches Kleinod, fürwahr!

Und nun soll ohne dass sich Fachleute darüber Gedanken machen können, wie die Johanneskirche einer adäquaten Nutzung zugeführt und somit erhalten werden kann, einfach abgerissen werden. Den Machern der evangelischen Kirche und all denjenigen, welche den Abbruch vorangetrieben und wohlwollend begleitet haben, sei ins Stammbuch geschrieben: Ihr versündigt euch an Wendlingen, es ist eine Barbarei!

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