Leserbriefe

Ab 2019 volle Züge auf Neckartal-Strecke

22.01.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thaddäus Kunzmann, Nürtingen, CDU-MdL. Zum Artikel „Genügend Sitzplätze im Zug“ vom 14. Januar. Den Aussagen des grünen baden-württembergischen Verkehrsministers und meines grünen Landtagskollegen Andreas Schwarz zur zukünftigen Sitzplatzkapazität auf der Strecke zwischen Tübingen und Stuttgart muss ich widersprechen. Tatsächlich gibt es zukünftig erheblich weniger Sitz- und auch Stehplätze. Dies wird die Nürtinger Pendler ganz besonders treffen, da die Züge aus Tübingen dann bereits voll besetzt ankommen. Statt der bisherigen Doppelstockzüge werden ab 2019 drei- beziehungsweise fünfteilige Einstöcker der Firma Bombardier vom Typ Talent 2 eingesetzt. Im Maximalfall haben diese Züge 546 Sitzplätze, im Vergleich zu heute über 600. Allein dies sind bereits rund zehn Prozent weniger Sitzplätze. Dazu fallen die beiden Regional-Bahnen ersatzlos weg, was wiederum einen Verlust von 300 Sitzplätzen bedeutet. Zählt man alle Züge in der Spitzenzeit zwischen 6 und 8 Uhr morgens zusammen, fehlen rund 600 Sitzplätze, was der Kapazität eines ganzen Zuges gleichkommt. Und das ist nur der Anfang. Das Verkehrsministerium hat mir auf eine Anfrage geantwortet, dass sie die Spitzenstunden auf die Zeit zwischen 6.30 und 7.30 Uhr reduziert. Das heißt, die Züge davor und danach fahren mit geringerer Kapazität.

Woher der grüne Verkehrsminister die Gewissheit nimmt, damit sei eine Steigerung der Fahrgastzahlen um 30 Prozent möglich, ist mir ein Rätsel. Mit der Zugfolge und mit der Kapazität, die ausgeschrieben und bestellt wurde, geht es jedenfalls nicht. Jeder Zug wird rund zehn Prozent weniger Kapazität haben. Folgendes wird ab 2019 geschehen: Die Züge aus Tübingen kommen zwischen 6 und 8 Uhr bereits gut gefüllt oder schon voll in Nürtingen an. Für die Pendler, die in Nürtingen einsteigen, wird es – mindestens bis Plochingen – zum Normalfall gehören, zu stehen. Und das ist auch so gewollt. Denn in der Ausschreibung des grünen Verkehrsministers ist vorgegeben, dass in den Spitzenstunden ein Drittel der Bahnnutzer für eine Viertelstunde stehen können. Genau das trifft auf die Nürtinger zu: Ein Drittel und die Zeit bis Plochingen.

Es ist schon ein Ärgernis, wie leichtfertig der Verkehrsminister Herrmann mit den Pendlern umgeht. Zunächst vergisst er in der Planung der Ausschreibung die Verstärkerzüge auf der Strecke zwischen 6 und 8 Uhr und jetzt wird auch noch die Platzkapazität zurückgeschraubt.

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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