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Kultur

Musikalisches Neuland vorgestellt

16.11.2011, Von Eckhard Finckh — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Faszinierendes Meisterkonzert mit dem Quatuor Danel aus Belgien

NÜRTINGEN. Marc Danel, der Primgeiger des Quatuor Danel, sprach beim zweiten Meisterkonzert am Montag in der wie immer ausverkauften Kreuzkirche von einer Ungerechtigkeit der Musikgeschichte, die korrigiert werden sollte. Es gebe beispielsweise einen bedeutenden Komponisten für Streichquartette, der einfach im gängigen Aufführungsrepertoire unbekannt ist und nicht gespielt wird.

Mit dieser Vorbemerkung eröffnete er dem Nürtinger Publikum den Zugang zu Mieczyslaw Weinberg (1919–1996), einem polnisch-russischen Musikschaffenden, der bis heute für den Musikbetrieb in Westeuropa Neuland darstellt. Die Musik der Sowjetunion wird aus westlicher Wahrnehmung vom „Riesen“ Dimitrij Schostakowitsch beherrscht. Sein Freund und Schützling Weinberg ist noch Geheimtipp, steht in seinem Schatten, obwohl er mit seiner fast manischen Produktivität neben ihm bestehen kann: weit über 20 Sinfonien, 17 Streichquartette, Opern, Filmmusiken und vieles mehr stammen aus seiner Feder.

Als Hauptwerk des Abends hatten die Musiker sein Streichquartett Nr. 6, e-Moll, op. 35 ausgesucht. Das 1946 entstandene Werk, ein Höhepunkt von Weinbergs frühem kammermusikalischem Komponieren, war übrigens anfangs verboten worden, weil es nicht in die sozialistische Kulturdoktrin passte.


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