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Gewaltiges Tongemälde zum Lobe Gottes

24.10.2017, Von Helmuth Kern — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das Nürtinger Konzertensemble führte in der Stadtkirche Mendelssohns „Lobgesang“ auf

Der Nürtinger Kammerchor und die Nürtinger Kammersymphonie verschmolzen klanglich zu einer Einheit. Foto: Erika Kern

NÜRTINGEN. Am 3. Dezember 1840 führte Felix Mendelssohn Bartholdy, seit 1835 Chefdirigent des Gewandhausorchesters, den „Lobgesang“ in der Leipziger Thomaskirche auf. Es war die zweite Fassung, Teil eines Kompositionsauftrags des Stadtrats für das große Sommer-Bürgerfest zum 400-jährigen Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg. Ein wichtiges Fest, bei dem man in Leipzig und anderen Städten zugleich auf die Notwendigkeit der Pressefreiheit und die Aufhebung der Zensur hinweisen konnte. Denn statt Freiheit, Gleichheit und Nation galten nach dem Sieg über Napoleon (1814) nun Ruhe, Sicherheit und Stabilität, die Monarchie war ihr Garant, der europäische Frieden das Ziel, Restauration ihr Name, der Überwachungsstaat die Folge.

Das wohlhabende Bürgertum hatte sich aus der Politik zurückgezogen, der subjektive Blick der Romantik und deren Vorliebe für die nationale deutsche Vergangenheit war Trend. Mendelssohns legendäre Aufführung der Bachschen Matthäuspassion 1829 in Berlin und seine musikalische Auseinandersetzung mit dessen Werk kann aus diesem Zeitgeist verstanden werden.


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