Kultur

Den Vampir mit experimentellen Klängen zum Leben erweckt

02.08.2016, Von Jürgen Holzwarth — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Trossinger Musikhochschule vertonte den Stummfilmklassiker „Nosferatu“ – Konzert zur Geisterstunde in der Kreuzkirche

Zehn Musiker und der Vampir auf der Leinwand: Die Studenten hauchten dem Vampir „Nosferatu“ Leben ein. Foto: Holzwarth

NÜRTINGEN. Eine Frau und neun Männer fanden sich am Samstagabend in der Kreuzkirche ein, um ihr Projekt „Nosferatu“ vorzustellen. Open-Source-Guitars, die Musiker der Trossinger Musikhochschule mit ihrem Professor Michael Hampel griffen dazu tief in die Trickkiste der experimentellen Gitarrenmusik.

„Der Stummfilm von Friedrich Murnau aus dem Jahr 1921 um den Grafen Orlok ist der Klassiker schlechthin und schon sehr oft vertont worden“, sagt Michael Hampel. Seine Studenten haben ihm auf ihre eigene Weise Leben eingehaucht.

Dass sie allesamt brillant mit den sechs Saiten umgehen können, bewiesen sie gleich zu Beginn mit einer lieblichen Melodie, die sofort ins Ohr ging. Dann aber quietschte eine Tür, irgendwann knarrte ein Sargdeckel. Ganz schön gruselig in der dunklen Kirche. Die Musiker benutzten Streichbögen, Stöcke, die unter den Saiten kratzten und noch vieles mehr, um diese düsteren Töne zum Film zu erzeugen. Die restaurierte Fassung des Films bekamen die Studenten direkt von der Murnau-Stiftung.

Dass die zehn Musiker mit ihrem Projekt bereits Beachtung fanden, zeigen Einladungen in den Filminstituten Frankfurt und Potsdam Babelsberg.

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