Blaulicht

Schlag gegen Einbrecherbande

13.11.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Einbruch in Neckartenzlingen brachte die Ermittler auf die Spur

(lp) Die Abteilung „Organisierte Kriminalität“ der Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Ermittlungsgruppe „Tresor“ der Kriminalpolizeidirektion Esslingen ermitteln seit Sommer 2014 gegen eine siebenköpfige albanische Tätergruppierung, die im Verdacht steht, seit Ende 2013 in unterschiedlicher Besetzung rund 50 Einbruchsdiebstähle zwischen Karlsruhe und München begangen zu haben. Die Täter hatten sich gezielt abgelegene Objekte ausgesucht, in denen sie größere Bargeldbeträge in Tresoren vermuteten, die sie dann meist vor Ort ausräumten.

Auf die Spur der Tatverdächtigen kamen die Ermittler nach einem Einbruch in ein Autohaus in Neckartenzlingen am 11. Juni, bei dem sie gestört wurden und ohne Beute flüchten mussten. Dabei war ein 47-jähriger Mittäter auf der Flucht im Neckar zu Tode gekommen.

Im Zuge der Nachforschungen erlangte die Polizei erste Hinweise auf weitere Tatgenossen der albanischen Tätergruppierung, die sich auf das Aufbrechen von Tresoren in Firmen, Autohäusern und Freizeiteinrichtungen wie Freibädern oder Golfclubs spezialisiert hatte.

Die Liste der Tatorte ist lang und führt quer durch Baden-Württemberg von den Kreisen Karlsruhe, Enzkreis, Heilbronn, Ludwigsburg über Böblingen, Tübingen, Reutlingen, Esslingen und Ulm bis nach Freising in Bayern. Im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen werden zwischen Februar 2013 und November 2014 insgesamt 16 Einbrüche oder Einbruchsversuche in Grafenberg, Riederich, Esslingen, Kirchheim, Neckartenzlingen, Tübingen, Ammerbuch und Starzach der Tätergruppe zugeordnet.

Bei ihren Streifzügen erbeuteten die Einbrecher insgesamt rund 200 000 Euro Bargeld und verursachten dabei Sachschaden in nahezu gleicher Höhe.

Am vergangenen Donnerstag wurden in einer großangelegten Durchsuchungs- und Festnahmeaktion zeitgleich die Wohnungen der Hauptverdächtigen in Neckartenzlingen, Böblingen, Holzgerlingen, Aidlingen, Pforzheim, Bretten und Freising durchsucht, dabei konnten alle Verdächtigen im Alter zwischen 24 und 44 Jahren festgenommen werden. Drei von ihnen waren in derselben Nacht noch auf Einbruchstour in Kirchheim, wo sie in einem Autohaus einen Tresor erbeuteten, den sie in einem Schotter- und Betonwerk auftrennten und leer zurückließen. Beim Versuch, auch hier den Tresor mitzunehmen, sind die Täter offenbar gestört worden.

Gegen alle sieben wurden Haftbefehle erlassen. Die Polizei stellte bei der Durchsuchung unter anderem Diebesgut aus Baumärkten, wie Trennscheiben, Handschuhe, Funkgeräte sowie entsprechende Einbruchswerkzeuge sicher. Den größten Teil der bei den Taten verwendeten Werkzeuge hatten die Täter unmittelbar nach den Einbrüchen entsorgt.

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