Bilder rund um das Bauwerk und die Initiative

Die Teufelsbrücke überspannt die Teufelsklinge zwischen Oberensingen und Hardt. Die früheste Urkunde verweist auf eine Baumaßnahme im Jahr 1497. Für den regionalen Verkehr und die lokale Wirtschaft hatte diese Brücke große Bedeutung. Eine erste kartografische Erfassung findet sich in der Gadner-Karte von 1596. Die Teufelsbrücke ist darin eingezeichnet und als einzige Brücke namentlich hervorgehoben. Die Oberensinger Sandsteinbrüche sind als Mühlsteingruben benannt und mit einem Laufradkran ergänzt. Diese besondere Darstellung belegt die außergewöhnliche Bedeutung von Brücke und Steinbrüchen. Die Teufelsbrücke ist auch in ihrem beschädigten Zustand noch ein beeindruckendes Bauwerk. In der Denkmalbeschreibung von 1987 wird sie beschrieben als „gut erhaltenes Beispiel der tradierten handwerklichen Brückenbautechnik, an deren Erhaltung ein öffentliches Interesse bestehe“. Die Brücke erstreckt sich mit dem Zuführungsdamm über circa 44 Meter und ist talseitig von einem kräftigen Stützmauerwerk abgesichert. Die Deckplatten der Brüstung sind handwerklich solid verzahnt und mit Metallklammern verbunden. Über Wasserspeier wurde der Bogenbereich entwässert. Statisch geschickt wurde das Mauerwerk über dem Brückenbogen circa zehn Zentimeter eingerückt, um die Balustrade zu tragen. Prellsteine sicherten die Zufahrt auf die Brücke. Sie sollten den Absturz der Fuhrwerke in die Klinge verhindern. Tiefe Kratzspuren zeugen von gewagten Fahrmanövern mit dem Ochsenkarren. Die Trasse wurde sehr geschickt in den steilen Hang und mit geringer Neigung gebaut, was der Sicherheit der schwer beladenen Gefährte diente und die Brücke schonte. Die Brücke als Kulturdenkmal und die tief eingeschnittene Teufelsklinge bilden eine geradezu wildromantische Einheit. Der Erhalt dieser Verbindung aus Natur und Kultur ist unter anderem einem Bürgerengagement zu verdanken. Die Teufelsbrücken-Initiative und einzelne Bürger haben mit Unterstützung der Experten aus dem Regierungspräsidium eine Debatte angestoßen, die letztlich zu einem Beschluss des Gemeinderates führte, die Brücke zu sanieren. Die Mittel dazu kommen von der Stadt Nürtingen, der Denkmalstiftung Baden-Württemberg sowie der staatlichen Denkmalpflege.

(Zum Dossier Teufelsbrücke)

  • Die Südwange der Teufelsbrücke ist stark vom Verfall bedroht.

    Die Südwange der Teufelsbrücke ist stark vom Verfall bedroht.

  • Bürgerengagement: Arbeitseinsatz und mehrjährige Diskussion mit Stadtverwaltung und Gemeinderat tragen zur Rettung der Brücke bei.

    Bürgerengagement: Arbeitseinsatz und mehrjährige Diskussion mit Stadtverwaltung und Gemeinderat tragen zur Rettung der Brücke bei.

  • Wasserspeier und ein sauber gesetztes Mauerwerk sind Teil der nördlichen Brückenwange.

    Wasserspeier und ein sauber gesetztes Mauerwerk sind Teil der nördlichen Brückenwange.

  • Sauber gearbeitete Sandsteinplatten decken die noch auf zwölf Meter Länge erhaltene Brüstung des Straßendamms ab.

    Sauber gearbeitete Sandsteinplatten decken die noch auf zwölf Meter Länge erhaltene Brüstung des Straßendamms ab.

  • Prellsteine leiteten die schweren mit Sandsteinen beladenen Ochsenkarren auf die Brücke.

    Prellsteine leiteten die schweren mit Sandsteinen beladenen Ochsenkarren auf die Brücke.

  • Die Gadner-Karte aus dem Jahr 1596 belegt die Bedeutung der Teufelsbrücke und der Sandsteingruben von Oberensingen.

    Die Gadner-Karte aus dem Jahr 1596 belegt die Bedeutung der Teufelsbrücke und der Sandsteingruben von Oberensingen.